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Das Referendariat: Interview mit einem Referendarsmentor (LUTZ | ABEL)

In diesem Interview gibt es Einblicke in das Referendariat und die stationsbegleitende Nebentätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei LUTZ | ABEL – von der Wahl der Ausbildungsstationen über die Vereinbarkeit von Stationsarbeit, Examensvorbereitung und Nebentätigkeit bis hin zur Betreuung in der Kanzlei. Zudem werden persönliche Erfahrungen sowie praktische Tipps für einen gelungenen Start ins Referendariat und eine erfolgreiche Gestaltung der Ausbildungszeit geteilt.

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Können Sie sich zunächst kurz vorstellen und uns etwas über Ihren juristischen Werdegang erzählen?

Mein Name ist Jonas und ich habe mein Jurastudium in Regensburg absolviert. Begonnen habe ich im April 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie und im Juli 2025 abgeschlossen. Eine besondere Station war für mich ein selbst organisierter zweimonatiger Auslandsaufenthalt in Vietnam im Rahmen meiner Pflichtpraktika. Dort war ich sowohl bei der AHK Vietnam als auch bei einer US-amerikanischen Wirtschaftskanzlei tätig. Diese Entwicklung, vom Beginn des Studiums in den ersten Semestern ohne Vorlesungen in Präsenz bis zur Möglichkeit, dennoch ein Praktikum im Ausland zu absolvieren, war für mich besonders ermutigend.

Während meiner eineinhalbjährigen Examensvorbereitung, die direkt nach dem Auslandsaufenthalt begonnen hat, absolvierte ich zudem ein weiteres Praktikum in Berlin bei einer deutschen Großkanzlei. In dieser Zeit habe ich mein Interesse für das öffentliche Baurecht entdeckt.

An welchem Gericht haben Sie Ihr Referendariat absolviert und was war ausschlaggebend für Ihre Wahl?

Ich absolviere mein Referendariat beim OLG München mit dem Ausbildungsgericht Landgericht München II. Zum einen waren persönliche Verbindungen in die Region ein Kriterium. Darüber hinaus war es mir wichtig, das Referendariat in einer größeren Stadt zu absolvieren, da hier die Auswahl an möglichen Stationen deutlich vielfältiger und interessanter ist.

Wie haben Sie sich auf das Referendariat – fachlich sowie organisatorisch – vorbereitet?

Da ich im Juli 2025 das Erste Staatsexamen abgelegt habe und bereits zum 1. Oktober 2025 in das Referendariat gestartet bin, habe ich die dazwischenliegende Zeit vor allem genutzt, um mich von der intensiven Examensphase zu erholen. Neben der organisatorischen Vorbereitung mit Bewerbungen für das Referendariat und die Nebentätigkeit, Wohnungssuche und Umzug stand daher bewusst die Regeneration im Vordergrund, da ich davon ausgegangen bin, dass das Referendariat erneut eine fordernde Zeit sein würde.

Eine gezielte fachliche Vorbereitung habe ich nicht vorgenommen. Rückblickend würde ich dies ebenso handhaben, insbesondere wenn man direkt im Anschluss beginnt. Es wird ohnehin schnell arbeitsintensiv, und es ergeben sich immer wieder Phasen, in denen Stoff nachgearbeitet werden kann, wenn weniger AG stattfindet.

Wann haben Sie begonnen, sich auf Referendarstellen für die Stationen zu bewerben?

Da es mir bei LUTZ | ABEL sehr gut gefällt und ich insbesondere die Arbeitsweise sowie das Vertrauen in einen und die Zeit schätze, die dort in die Ausbildung investiert werden, ist im Verlauf der Nebentätigkeit mein Interesse daran gewachsen, meine Anwaltsstation ebenfalls dort zu absolvieren. Man merkt, dass nicht nur die Arbeit für die Kanzlei im Vordergrund steht, sondern dass man zugleich viel mitnimmt, sodass ich aktuell Gespräche über eine mögliche Erstreckung meiner Nebentätigkeit auf die Anwaltsstation führe.

Bei welchen Arbeitgebern haben Sie Ihre Stationen absolviert und nach welchen Kriterien haben Sie die Ausbildungsstätten ausgewählt?

Entscheidend war für mich insbesondere die fachliche Kompetenz im Bereich meiner Interessen. Zudem war mir wichtig, in die Mandatsarbeit eingebunden zu werden und eigenständig beispielsweise Klagebegründungen oder Stellungnahmen an Behörden entwerfen zu können. Gleichzeitig war es mir sehr wichtig, die Hintergründe zu den jeweiligen Aufgaben vermittelt zu bekommen, um den Gesamtzusammenhang der jeweiligen Arbeit zu verstehen.

Wie haben Sie die Betreuung durch Ausbilder:innen sowie Mentor:innen in Ihren Stationen erlebt?

Die Auswahl der mir zur Bearbeitung übertragenen Sachverhalte war meist examensrelevant, und zugleich wurde stets vermittelt, worauf es in der Praxis ankommt. Besonders geschätzt habe ich, dass neben der reinen Fallbearbeitung stets auch strategische Überlegungen sowie praktische Erwägungen thematisiert wurden. Abgesehen vom fachlichen, kommt auch das persönliche nicht zu kurz, sodass man sich sehr wohl und aufgehoben fühlt.

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Wie hilfreich waren die stationsbegleitenden Arbeitsgemeinschaften für Ihre Examensvorbereitung?

Die Arbeitsgemeinschaften waren insbesondere aufgrund der ausführlichen Materialien, Skripte und Übungsaufgaben hilfreich, die von den AG-Leitern zur Verfügung gestellt wurden.

Verbesserungspotenzial sehe ich hinsichtlich der Berücksichtigung unterschiedlicher Lerntypen. Die Anwesenheitspflicht kann für manche Referendar:innen herausfordernd sein, insbesondere wenn das reine Zuhören nicht dem eigenen Lernstil entspricht. Gleichzeitig habe ich Verständnis dafür, da mit der Unterhaltsbeihilfe eine staatliche Leistung verbunden ist und eine Mitwirkung erwartet wird, die nur schwer anders überprüft werden kann.

Wie haben Sie die Balance zwischen Stationsarbeit, Lernen und Freizeit organisiert?

Dies ist aus meiner Sicht eine der größten Herausforderungen im Referendariat, da Stationsarbeit, AG, eigenständiges Lernen und gegebenenfalls eine Nebentätigkeit parallel laufen, ohne organisatorisch aufeinander abgestimmt zu sein.

Wesentlich ist daher eine offene Kommunikation. Es hilft, frühzeitig anzusprechen, wenn einzelne Bereiche besonders arbeitsintensiv sind und Prioritäten gesetzt werden müssen. In der Regel stößt man hierbei auf Verständnis.

Wie sah Ihre konkrete fachliche Vorbereitung auf das 2. Examen aus?

Aktuell befinde ich mich im fünften Monat des Referendariats und noch nicht in der intensiven Examensvorbereitung. Ich versuche, freie Vor- oder Nachmittage zwischen AG, Stationsarbeit und Nebentätigkeit zu nutzen, um kontinuierlich zu wiederholen.

Die Entscheidung über ein zusätzliches Repetitorium habe ich noch nicht abschließend getroffen. Ich tendiere jedoch dazu, zumindest einen ergänzenden Klausurenkurs zu besuchen.

Haben Sie während des Referendariats eine stationsbegleitende Nebentätigkeit ausgeübt?

Ja, ich bin als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei LUTZ | ABEL tätig.

Diese Tätigkeit empfinde ich als sehr hilfreich. Man wird routinierter im Verfassen schriftlicher Arbeiten und erhält einen unmittelbaren Praxisbezug. Besonders motivierend ist es, wenn eigene Entwürfe übernommen werden und konkrete Auswirkungen in der Praxis entfalten.

Zudem erhalte ich Aufgaben mit Examensbezug und ausreichend Zeit zur Bearbeitung, ohne unnötigen Druck. Die Besprechungen sind konstruktiv und vermitteln nicht nur Feedback zur juristischen Qualität, sondern auch zu strategischen und praktischen Erwägungen.

Welche drei Tipps würden Sie (angehenden) Referendar:innen mit auf den Weg geben?

1. Realistisch planen und auf die eigenen Kapazitäten achten.

2. Erholung in Phasen mit weniger AG-Unterricht einplanen und Erwartungsmanagement betreiben.

3. Das Referendariat nutzen, um unterschiedliche Bereiche kennenzulernen und auch die Freiräume, die einem geboten werden, auszuschöpfen. Es ist im Vergleich zu anderen Ausbildungswegen ein Luxus, hierfür bezahlt zu werden.

Vielen Dank für das Interview und die Zeit!


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