Könnten Sie sich zu Beginn bitte kurz vorstellen?
Mein Name ist Kim Kleinert, ich bin Senior Associate und Fachanwältin für Arbeitsrecht bei LUTZ | ABEL in Berlin. Nach dem Studium und Referendariat in Berlin und der Pfalz schlägt mein Herz für die Beratung im Arbeitsrecht an der Schnittstelle von Tradition und Moderne.
Abseits der Kanzlei pflege ich eine große Leidenschaft für die Kulinarik, die ich auf meinem Instagram-Kanal (@kimberlykleinert) teile. Ob es das Entdecken neuer Food-Spots in Berlin ist oder der Austausch über Alltags-Themen – mir ist es wichtig zu zeigen, dass man juristische Expertise und ein erfülltes Privatleben mit Sinn für Genuss verbinden kann.
Was hat Sie dazu bewogen, sich für eine Tätigkeit in diesem Rechtsgebiet zu entscheiden?
Die Entscheidung für das Arbeitsrecht wurde durch die Nähe zum Menschen und die hohe Dynamik geprägt. Ich habe schnell gemerkt, dass mich die Dynamik zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern fasziniert. Es ist ein Rechtsgebiet, das niemals stillsteht und jeden Tag neue menschliche sowie wirtschaftliche Facetten bietet. Besonders der Bereich Arbeitsrecht 4.0 – also die Gestaltung der digitalen Arbeitswelt – hat es mir angetan, da man hier wirklich am Puls der Zeit arbeitet. Bei mir zeigt sich dies in der Spezialisierung auf zukunftsorientierte Themen wie die digitale Transformation und die Gestaltung moderner Arbeitswelten. Diese Bereiche ermöglichen es, nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen zu prüfen, sondern aktiv an der Gestaltung der Unternehmenskultur und moderner Strukturen mitzuwirken.
Inwieweit haben sich Ihre Erwartungen an die praktische Arbeit in diesem Rechtsgebiet erfüllt?
Meine Erwartungen haben sich insbesondere in der Vielseitigkeit der Beratung bestätigt. Die Arbeit umfasst alles von der praxisgerechten Begleitung von Start-ups bis hin zu komplexen Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretungen und der Begleitung von Transaktionen.
Was empfinden Sie als die spannendsten, aber auch als die größten Herausforderungen in diesem Tätigkeitsgebiet?
Besonders spannend – und teils herausfordernd – ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Feld durch technische und gesellschaftliche Entwicklungen wandelt.
Welche Soft Skills sind für die anwaltliche Tätigkeit in diesem Rechtsgebiet besonders wichtig?
Neben der fachlichen Expertise ist im Arbeitsrecht Verhandlungsgeschick unerlässlich, insbesondere bei Betriebsratsthemen oder Trennungsprozessen. Zudem erfordert die Beratung von Start-ups und im Bereich „New Work“ eine hohe Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte praxisnah und verständlich zu vermitteln.
Zudem ist Empathie und Kommunikationsstärke gefragt. Man arbeitet eng mit Menschen in oft emotionalen Ausnahmesituationen zusammen.
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Welche Bedeutung messen Sie dem Fachanwaltstitel in diesem Rechtsgebiet bei?
Als Fachanwältin für Arbeitsrecht erachte ich den Titel als Qualitätsmerkmal. Er signalisiert den Mandanten sofort, dass man nicht nur „auch“ Arbeitsrecht macht, sondern über tiefe Praxiserfahrung und stetig aktualisiertes Wissen verfügt. In einem so spezialisierten Markt wie Berlin ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil. Der Titel ist ein wichtiger Beleg für vertiefte theoretische Kenntnisse und umfassende praktische Erfahrung, was insbesondere in der spezialisierten Mandantenberatung hohes Vertrauen schafft.
Welche Aus- und Weiterbildungen würden Sie Junganwält:innen in diesem Rechtsgebiet empfehlen?
Arbeitsrecht ist oft hochemotional. Trainings in Mediation oder Kommunikation helfen dabei, in schwierigen Verhandlungen mit dem Betriebsrat oder bei Trennungsprozessen souverän und lösungsorientiert zu bleiben.
Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten für Berufseinsteiger:innen in diesem Tätigkeitsgebiet ein?
Hervorragend! Solange Menschen arbeiten, wird es Arbeitsrecht geben. Durch die digitale Transformation, KI am Arbeitsplatz und den gesellschaftlichen Wandel hin zu flexibleren Arbeitsmodellen wird der Beratungsbedarf eher noch komplexer und spannender. Wer Lust auf Veränderung hat, ist hier genau richtig. Durch Themen wie die digitale Transformation, den Fachkräftemangel und sich stetig ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen bleibt die Nachfrage nach qualifizierter arbeitsrechtlicher Beratung sehr hoch. Auszeichnungen wie „Anwältin der Zukunft“ in meinem Bereich unterstreichen, dass gerade junge Jurist:innen, die moderne Entwicklungen mitgestalten, tolle Perspektiven haben.
Welchen Ratschlag würden Sie Nachwuchsjurist:innen mit auf den Weg geben, die sich für eine Tätigkeit in diesem Rechtsgebiet interessieren?
Interessiert Euch frühzeitig für die Schnittstellen zwischen Recht und Gesellschaft. Das (Arbeits-)Recht ist kein statisches Feld; wer die Dynamik versteht und Lust auf Verhandlungen sowie die direkte Arbeit mit Menschen hat, wird in diesem Beruf sehr viel Erfüllung finden.
Nutzt das Referendariat, um wirklich in die Praxis einzutauchen und verschiedene Kanzleikulturen kennenzulernen. Und ganz wichtig: Verliert eure Leidenschaften außerhalb des Rechts nicht aus den Augen. Ob das die Kulinarik, Sport oder das Reisen ist – diese Dinge prägen euch auch als Anwaltspersönlichkeit und geben die nötige Energie für den Berufsalltag.
Vielen Dank für das Interview und die Zeit, Frau Kleinert!
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