Können Sie sich kurz vorstellen und uns etwas über Ihren bisherigen beruflichen Werdegang erzählen?
Nach meinem Jura-Studium habe ich bereit im Öffentlichen Bau- und Planungsrecht in einer Kanzlei in Berlin gearbeitet – eine Tätigkeit, die mir damals bereits sehr viel Freude bereitet hat. Anschließend habe ich einen LL.M. absolviert, auch um auszuloten, welche weiteren Rechtsgebiete mich interessieren könnten. Dennoch hat sich sowohl während als auch nach dem Referendariat bestätigt, dass ich gerne im öffentlichen Recht arbeiten möchte.
Relativ früh im Referendariat wurde mir zudem bewusst, dass ich den Anwaltsberuf ergreifen möchte. Zwar fand ich alle Stationen interessant, doch der Kanzleialltag – den ich bereits zuvor als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Großkanzlei kennengelernt hatte – hat mich am stärksten überzeugt und mir das Gefühl gegeben, dort beruflich am besten aufgehoben zu sein.
Welche Kriterien waren für Sie bei der Auswahl der richtigen Kanzlei besonders entscheidend?
In erster Linie habe ich mich online nach Kanzleien umgesehen, die Stellen in den für mich passenden Fachbereichen ausgeschrieben hatten – dieser Punkt war für meine Entscheidung besonders wichtig. Natürlich haben aber auch Rahmenbedingungen wie Arbeitszeit und Gehalt bei der Wahl der Kanzlei eine wesentliche Rolle gespielt.
Was war für Sie die größte Umstellung beim Wechsel vom Referendariat in den Kanzleialltag?
Den Kanzleialltag empfinde ich als deutlich angenehmer. Im Referendariat hatte ich ständig unterschiedliche Verpflichtungen, und zwischen AG, Lernen und der jeweiligen Station ergab sich ein weniger strukturierter Tagesablauf. Diese Vielfalt brachte zwar auch ein gewisses Maß an Flexibilität mit sich, insgesamt war der Alltag aber unruhiger. Der Kanzleialltag hingegen bietet eine verlässlichere Struktur, die mir persönlich besser gefällt.
Wie sah Ihr Arbeitsalltag in den ersten Monaten nach dem Berufseinstieg aus – und wie hat Ihre Kanzlei Sie als neuen Associate dabei konkret unterstützt?
In den ersten Monaten habe ich die Aufgaben zugeteilt bekommen und konnte sie in dem Tempo abarbeiten, das ich dafür jeweils benötigt habe. Diese Arbeitsweise hat mir ermöglicht, mir viele Inhalte und Abläufe selbstständig zu erarbeiten. Zwar war dies anfangs eine Umstellung im Vergleich zum Referendariat, in dem man deutlich mehr Hilfestellung und Anleitung erhält, doch war die Lernkurve dadurch recht steil.
Durch die eigenständige Bearbeitung bin ich sehr schnell in die Materie hineingewachsen, habe Routine im Umgang mit neuen Fragestellungen gewonnen und gelernt, Probleme strukturiert und selbstbewusst anzugehen.
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Wie haben Sie die Feedback- und Fehlerkultur in Ihrer Kanzlei erlebt?
Die Feedback-Kultur habe ich als sehr angenehm empfunden. Es wurde klar und sachlich kommuniziert, was nicht optimal gelaufen ist und wie ich es beim nächsten Mal besser machen kann. Gleichzeitig gab es kein „Micromanaging“, sodass einem genug Freiraum gegeben wurde, die Sachen nach eigener Beurteilung selbst zu bearbeiten.
Welche Tipps würden Sie angehenden Berufseinsteiger:innen für den Start in einer Kanzlei mit auf den Weg geben?
Gute fachliche Arbeit ist wichtig, aber genauso wertvoll ist ein stabiles berufliches Umfeld, Der Austausch mit Kollegen, das Knüpfen von Kontakten und das Pflegen eines offenen Umgangs erleichtern den Alltag und bieten langfristig Unterstützung und Orientierung. Viele wertvolle Tipps bekommt man informell – beim Mittagessen, beim Kaffee oder im kurzen Austausch zwischendurch.
Vielen Dank für das Interview und die Zeit, Frau Schwirschke!
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