Können Sie sich zunächst kurz vorstellen und uns etwas über Ihren juristischen Werdegang erzählen?
Mein Name ist Irina Ilieva und ich bin seit September 2024 als Associate im Bereich Immobilienwirtschaftsrecht am Standort München tätig. Ich habe an der Universität Bielefeld studiert und mein Referendariat am Landgericht Detmold absolviert. Nach meiner Verwaltungsstation bei der Baltischen Auslandshandelskammer in Riga war mir klar, dass ich einen Ortswechsel wagen und die Vorzüge einer Großstadt genießen möchte. Die kulturelle Vielfalt Münchens und die wunderschöne Natur in der Umgebung haben mich schließlich überzeugt.
An welchem Gericht haben Sie Ihr Referendariat absolviert und wo haben Sie Ihre Stationen verbracht – und was war ausschlaggebend für Ihre Wahl?
Meine Zivilstation habe ich am Amtsgericht Detmold im allgemeinen Zivildezernat verbracht, gefolgt von der Strafstation bei der Staatsanwaltschaft Detmold in der Abteilung für Sexualdelikte. Die Verwaltungsstation absolvierte ich bei der Auslandshandelskammer für das Baltikum in Riga, wobei ich auch die anderen Standorte in Vilnius und Tallinn besuchen durfte. Da ich während des Studiums kein Auslandssemester gemacht habe, wollte ich diese Erfahrung – wenn auch in kürzerer Form – unbedingt nachholen. Die Wahlstation führte mich zurück ans Amtsgericht Detmold. Dort durfte ich Dezernatsarbeit übernehmen und Verhandlungen eigenständig leiten. Das war nicht nur eine hervorragende Vorbereitung auf die mündliche Prüfung, sondern auch für den Berufsalltag als Anwältin äußerst wertvoll. Zudem hatte ich einen ausgezeichneten Einzelausbilder, von dessen Wissen und Tipps ich bis heute profitiere.
Wie haben Sie sich fachlich und organisatorisch auf das Referendariat und das 2. Examen vorbereitet?
Bereits früh im Referendariat habe ich mit Freunden aus meiner Arbeitsgemeinschaft eine Lerngruppe gegründet, mit der ich mich regelmäßig zum Austausch getroffen habe. Wir haben gemeinsam Fälle besprochen und Vorträge geübt – das war nicht nur eine wertvolle Vorbereitung auf die mündliche Prüfung, sondern half auch dabei, das materielle Recht zu wiederholen und Fälle schneller und strukturierter zu lösen. Ergänzend dazu habe ich zahlreiche begleitende Seminare besucht und einen privaten Klausurenkurs absolviert. In intensiven Stationsphasen habe ich das Lernen reduziert und in ruhigeren Zeiten nachgeholt. Wichtig war mir, Freizeit nicht komplett zu streichen – regelmäßiger Sport und Treffen mit Freunden haben mir geholfen, den Kopf freizubekommen.
Wie haben Sie die Betreuung durch Ausbilder:innen bzw. Mentor:innen während des Referendariats erlebt?
Die Betreuung habe ich als sehr gut empfunden. Ich kann das Referendariat am Landgericht Detmold uneingeschränkt empfehlen, da sich alle Ausbilder sehr viel Mühe gegeben haben. Besonders in der Einzelausbildung am Amtsgericht Detmold konnte ich wertvolle praktische Erfahrungen sammeln.
Was war für Sie persönlich die größte Umstellung beim Wechsel vom Referendariat in den Kanzleialltag?
Im Referendariat steht die juristische Analyse im Vordergrund. Im Kanzleialltag habe ich schnell gelernt, dass Mandanten nicht nur rechtlich korrekte, sondern vor allem praktikable und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen erwarten. Diese unternehmerische Perspektive in die juristische Arbeit zu integrieren, war eine spannende Herausforderung.
Warum haben Sie sich nach dem Referendariat für Ihren jetzigen Arbeitgeber entschieden?
Ausschlaggebend waren für mich die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten, die FPS Berufseinsteigern bietet. Das zeigt sich auch im umfangreichen Weiterbildungsangebot: Die How-to-FPS-Workshops etwa sind speziell auf Berufseinsteiger zugeschnitten und fördern sowohl fachliche als auch persönliche Kompetenzen für den erfolgreichen Einstieg in die anwaltliche Tätigkeit. Darüber hinaus gibt es mit Women@FPS ein internes Programm zur gezielten Karriereförderung von Anwältinnen, das ich als wichtiges Signal für eine moderne Kanzleikultur werte.
Besonders wichtig war mir zudem eine enge Zusammenarbeit im Team und eine fundierte Ausbildung, durch die ich gezielt wachsen kann. Ein weiterer Anreiz war, dass der Münchner Standort erst Anfang 2024 eröffnet wurde – das bot mir die Chance, von Beginn an beim Aufbau eines neuen Standorts dabei zu sein.
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Wie sah Ihr Arbeitsalltag in den ersten Monaten als Associate aus und wie wurden Sie dabei konkret unterstützt?
Der Empfang war sehr herzlich. Das Onboarding fand gemeinsam mit allen statt, die im selben Monat standortübergreifend angefangen haben, was den Einstieg erleichtert hat. Ich wurde sofort ins Team integriert und habe eigenständige Aufgaben übertragen bekommen. Meine ersten Aufgaben umfassten sowohl materiell-rechtliche Prüfungen als auch prozessuale Fragestellungen. Diese Aufgaben habe ich im Tandem mit einer erfahrenen Kollegin bearbeitet, die bei Fragen jederzeit ansprechbar war und die Ergebnisse anschließend mit mir durchgesprochen hat. Dieses direkte Feedback war besonders wertvoll für meinen Lernprozess.
Wie ist das Mentoring für Referendar:innen und Berufseinsteiger:innen bei FPS heute ausgestaltet – und was macht aus Ihrer Sicht gutes Mentoring aus?
Bei FPS werden Berufseinsteiger und Referendare von Beginn an einem festen Team zugeordnet und arbeiten dort eng mit einem erfahrenen Rechtsanwalt zusammen, der als direkter Ansprechpartner fungiert. Diese Struktur ermöglicht eine umfassende Betreuung und einen kurzen Draht bei Fragen.
Gutes Mentoring bedeutet für mich vor allem drei Dinge: eine enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe, einen kontinuierlichen Austausch und konstruktives Feedback, das nicht nur Verbesserungspotenzial aufzeigt, sondern auch Stärken benennt.
Wie haben sich Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten seit Ihrem Einstieg bei FPS entwickelt – und welche Entwicklungsmöglichkeiten bietet die Kanzlei aus Ihrer Sicht für Berufseinsteiger:innen?
Von Anfang an war ich in die tägliche Arbeit eingebunden. Mit der Zeit kamen weitere Verantwortlichkeiten hinzu, wie die eigenständige Wahrnehmung von Gerichtsterminen und der direkte Mandantenkontakt.
Die Kanzlei bietet Berufseinsteigern vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, darunter regelmäßige Weiterbildungen (innerhalb und außerhalb der Kanzlei), die Möglichkeit zur Spezialisierung in den Fachdezernaten und eine schrittweise Übernahme von mehr Verantwortung.
Welche drei Tipps würden Sie a) Referendar:innen und b) Berufseinsteiger:innen mit auf den Weg geben?
a) Für Referendare: Nutzt die Stationen, um verschiedene Rechtsgebiete kennenzulernen und herauszufinden, was euch wirklich liegt. Scheut euch nicht, Fragen zu stellen – das zeigt Interesse und hilft beim Lernen. Vernetzt euch frühzeitig mit Kollegen, denn ein gutes Netzwerk ist immer hilfreich.
b) Für Berufseinsteiger: Seid offen für neue Aufgaben und Herausforderungen, auch wenn sie zunächst außerhalb eurer Komfortzone liegen. Sucht euch Mentoren, die euch unterstützen und von deren Erfahrung ihr profitieren könnt. Habt Geduld mit euch selbst – niemand erwartet, dass ihr von Anfang an alles wisst.
Vielen Dank für das Interview und die Zeit, Frau Ilieva!
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