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Der Berufseinstieg: Interview mit Saskia Ilzhöfer (Baker McKenzie)

In diesem Interview gibt Saskia Ilzhöfer, Associate im Bereich Banking & Finance bei Baker McKenzie, Einblicke in ihren Berufseinstieg in einer internationalen Großkanzlei. Sie berichtet von ihren Erfahrungen im anspruchsvollen Transaktionsgeschäft und zeigt, welche Rolle Mentoring, Eigenverantwortung und Teamkultur für einen erfolgreichen Karrierestart spielen.
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Der Berufseinstieg: Interview mit Saskia Ilzhöfer (Baker McKenzie)

Können Sie sich kurz vorstellen und uns etwas über Ihren bisherigen Werdegang erzählen?

Mein Name ist Saskia Ilzhöfer und ich bin seit rund zweieinhalb Jahren als Rechtsanwältin bei Baker McKenzie im Frankfurter Büro im Bereich Banking & Finance tätig. Frankfurt am Main ist seit vielen Jahren mein beruflicher und privater Lebensmittelpunkt – bereits für mein Jurastudium an der Goethe-Universität bin ich hierher gezogen.

Den Anwaltsberuf habe ich durch meine frühe Mitarbeit in einer Großkanzlei bereits während des Studiums kennengelernt und dabei für mich als berufliches Ziel definiert. Erste praktische Einblicke sammelte ich seinerzeit im Bereich Banking Litigation. Auch wenn ich zwischenzeitlich andere Fachbereiche kennengelernt habe, hat mich das Bank- und Finanzrecht aufgrund seiner wirtschaftlichen Nähe, der komplexen Fragestellungen und der internationalen Ausrichtung nachhaltig überzeugt.

Mein Referendariat am Landgericht Frankfurt am Main absolvierte ich mit wirtschaftsrechtlichem Fokus, unter anderem bei der IHK Frankfurt, in einer internationalen Wirtschaftskanzlei sowie bei der Commerzbank AG. Besonders prägend war dabei die Inhouse-Station, die mir wertvolle Einblicke in die Mandantenperspektive vermittelt hat. Spätestens nach dem zweiten Staatsexamen stand für mich daher fest, im Bereich Banking & Finance in einer Großkanzlei zu starten – eine Entscheidung, die sich bis heute als richtig erwiesen hat.

Neben meiner anwaltlichen Tätigkeit reise ich sehr gerne, sowohl beruflich als auch privat. Diese Auszeiten – zuletzt etwa in Südafrika, demnächst in Südamerika oder auch bei kürzeren Städtereisen – bieten mir einen wichtigen Ausgleich und neue Perspektiven.

Was hat letztlich den Ausschlag dafür gegeben, Ihren Berufseinstieg bei Baker McKenzie zu beginnen?

Für mich stand der fachliche Schwerpunkt meines Berufseinstiegs früh fest. Die entscheidende Frage war daher weniger das Ob, sondern vielmehr das Wo – und insbesondere in welchem Team ich meinen Berufseinstieg gestalten möchte. Das persönliche Umfeld und die Zusammenarbeit im Team waren für mich dabei die wichtigsten Kriterien bei der Wahl der Kanzlei.

Ausschlaggebend für Baker McKenzie war und ist nach wie vor die Vielzahl an Möglichkeiten, die eine international aufgestellte Kanzlei dieser Größe bietet. Die starke internationale Ausrichtung, die enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Jurisdiktionen sowie die Breite und Komplexität der Mandate sind Aspekte, die man in dieser Form nur bei wenigen Kanzleien findet.

Besonders überzeugt hat mich jedoch der Einstellungsprozess selbst. Ich hatte die Gelegenheit, das gesamte Banking & Finance-Team nacheinander kennenzulernen und mir so ein sehr gutes Bild vom persönlichen und fachlichen Fit zu machen. Gerade dieser offene und transparente Prozess hat mir das Gefühl gegeben, bewusst Teil des Teams zu werden und nicht nur einer anonymen Struktur beizutreten.

Ein weiterer zentraler Punkt war die direkte Zuordnung zu einer Mentorin bzw. einem Mentor von Beginn an. Einen festen Ansprechpartner zu haben – nicht nur für fachliche Fragen, sondern auch für alle Themen darüber hinaus, die einen in der Großkanzlei bewegen – und zu wissen, dass sich jemand konkret verantwortlich fühlt, war für mich besonders wichtig. Diese klaren Teamstrukturen mit unmittelbarer Partneranbindung sorgen dafür, dass man auch in einer großen internationalen Kanzlei nicht untergeht, und sind meiner Erfahrung nach ein besonderes Merkmal von Baker McKenzie.

Rückblickend war genau diese Kombination aus Internationalität, Teamkultur, persönlicher Betreuung und Entwicklungsmöglichkeiten ausschlaggebend für meinen Berufseinstieg – und sie bestätigt meine Entscheidung bis heute.

Was war für Sie rückblickend die größte Umstellung beim Wechsel vom Referendariat in den Kanzleialltag?

Die größte Umstellung beim Wechsel vom Referendariat in den Kanzleialltag war für mich die deutlich gestiegene Verantwortung. Während man im Referendariat zwar bereits in Mandate oder Verfahren eingebunden ist, erfolgt die Tätigkeit doch zumeist unter einem stärkeren „Schutzschirm“ und mit einem anderen Erwartungshorizont.

Mit dem Berufseinstieg hat sich das spürbar geändert: Auf einmal ist man vollwertige Ansprechpartnerin für bestimmte Themen, arbeitet eigenverantwortlich an Mandaten mit und trägt Verantwortung für die Qualität, Struktur und Verlässlichkeit der eigenen Arbeit. Gerade am Anfang war es eine Herausforderung, dieses neue Rollenverständnis anzunehmen und sich daran zu gewöhnen, dass die eigene Arbeit unmittelbare Auswirkungen auf Mandanten und Transaktionen hat.

Gleichzeitig hat sich aber auch vieles bestätigt, was ich mir vom Kanzleialltag erwartet hatte: die steile Lernkurve, die enge Zusammenarbeit im Team und die Möglichkeit, sehr früh fachlich tief eingebunden zu werden. Besonders hilfreich war dabei die klare Teamstruktur und die direkte Anbindung an erfahrene Kolleginnen und Kollegen, sodass man trotz der neuen Verantwortung jederzeit Rückhalt und Austausch hatte.

Wie sah Ihr Arbeitsalltag in den ersten Monaten nach Ihrem Einstieg konkret aus?

In den ersten Monaten nach meinem Berufseinstieg war mein Arbeitsalltag stark praxisgeprägt und von Anfang an sehr mandatsnah. Ich wurde relativ schnell in laufende Transaktionen eingebunden und habe an Entwürfen und Überarbeitungen von Finanzierungs- und Sicherheitenverträgen mitgewirkt. Daneben habe ich Recherchen zu bank- und finanzrechtlichen Fragestellungen übernommen und thematisch selbstständig aufbereitet – oft mit klaren Zeitvorgaben.

Rückblickend kann man durchaus sagen, dass ich dabei „ins kalte Wasser geworfen“ wurde – allerdings im besten Sinne. Statt zunächst nur zuzuschauen, war ich von Beginn an aktiv eingebunden und durfte früh Verantwortung übernehmen. Gerade diese frühe Eigenständigkeit hat dazu geführt, dass meine Lernkurve sehr steil war.

Diese Anfangszeit war fordernd, aber zugleich sehr prägend – und sie hat mir früh das Vertrauen gegeben, dass man auch in komplexe Situationen schnell hineinwächst, wenn man Verantwortung übertragen bekommt und dabei gut begleitet wird.

Wie hat Baker McKenzie Sie in der Anfangszeit beim Einstieg unterstützt?

Baker McKenzie hat mich in der Anfangszeit vor allem durch klare Strukturen und feste Ansprechpartner sehr gut beim Einstieg unterstützt. Besonders wichtig war für mich die direkte Zuordnung zu einer Mentorin bzw. einem Mentor und damit eine feste Teamzugehörigkeit von Beginn an. Einen verlässlichen Ansprechpartner im Team zu haben – fachlich wie auch darüber hinaus – hat mir viel Orientierung und Sicherheit gegeben. Der direkte fachliche Austausch und das unmittelbare Feedback durch den Mentor haben mir geholfen, Zusammenhänge schnell zu verstehen, Prioritäten richtig zu setzen und ein Gefühl für Mandats- und Transaktionslogiken zu entwickeln.

Sehr hilfreich war außerdem das Buddy-Programm, das es bei Baker McKenzie für jeden Berufseinsteiger gibt. Dabei erhält man zusätzlich eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner aus einem anderen Fachbereich, der sich oft schon vor dem ersten Arbeitstag meldet und insbesondere in den ersten Monaten beim Einstieg in den Kanzleialltag unterstützt. Gerade für praktische Fragen oder Themen, die man vielleicht nicht direkt im eigenen Team ansprechen möchte, war dieser niedrigschwellige Austausch sehr wertvoll.

Ergänzt wurde dies durch internationale Associate-Treffen, die den länderübergreifenden Austausch fördern und früh dabei helfen, ein internationales Netzwerk aufzubauen. Insgesamt hat diese Kombination aus persönlicher Betreuung, informellem Support und internationaler Vernetzung meinen Einstieg deutlich erleichtert.

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Welche Rolle spielten Mentor:innen oder erfahrene Kolleg:innen für Ihre fachliche und persönliche Entwicklung?

Mentor:innen und erfahrene Kolleg:innen haben für meine fachliche wie persönliche Entwicklung eine sehr wichtige Rolle gespielt. Besonders prägend war für mich, von Beginn an einer festen Mentorin bzw. einem festen Mentor zugeordnet zu sein und damit einen klaren Ansprechpartner im Team zu haben. Zu wissen, dass es jemanden gibt, der sich konkret zuständig fühlt, regelmäßig Feedback gibt und auch für Fragen jenseits des rein Fachlichen ansprechbar ist, hat mir viel Sicherheit gegeben.

Berufseinsteiger:innen merken meiner Erfahrung nach schnell, ob sie gut begleitet werden oder nur „mitlaufen“. Gute Begleitung zeigt sich darin, dass man früh Verantwortung übernimmt, diese aber eng abgestimmt und nicht isoliert trägt. Wenn Arbeitsergebnisse besprochen, Hintergründe erklärt und Entwicklungen aktiv begleitet werden, entsteht ein echtes Lernumfeld.

Gerade diese Kombination aus Verantwortung, Rückhalt und persönlicher Anbindung hat für mich den Unterschied gemacht und wesentlich dazu beigetragen, fachlich wie persönlich schnell in der neuen Rolle anzukommen.

Wie haben Sie die Feedback- und Fehlerkultur bei Baker McKenzie erlebt?

Die Feedback- und Fehlerkultur bei Baker McKenzie habe ich von Beginn an als offen, konstruktiv und sehr lernorientiert erlebt. Feedback ist dabei nicht nur an formalisierte Gespräche gebunden (auch wenn es diese selbstverständlich gibt), sondern findet täglich im Arbeitsalltag statt, etwa durch kurze Abstimmungen, Kommentare zu Entwürfen oder direkte Rückfragen.

Besonders positiv empfinde ich den sachlichen Umgang mit Fehlern. Fehler werden als Teil des Lernprozesses verstanden und offen besprochen, ohne dass dies mit Vorwürfen verbunden ist. Das schafft Vertrauen und ermutigt dazu, Verantwortung zu übernehmen – auch wenn ich selbst einen sehr hohen Anspruch an mich sowie meine Arbeit habe und oft mein eigener größter Kritiker bin.

Sehr prägend war für mich auch von Beginn an die Zusammenarbeit mit meinem Mentor, der regelmäßig betont, dass man mit allen Fragen kommen kann und es keine „blöden“ oder „dummen“ Fragen gibt – verbunden allerdings mit der freundlichen Erwartung, dass man sich vorab zumindest eine eigene Lösung oder Antwort überlegt hat, selbst wenn diese noch nicht ganz richtig ist. Genau diese Mischung aus Offenheit, Anspruch und humorvollem Pragmatismus sorgt dafür, dass Lernen nicht nur effektiv, sondern auch angenehm ist.

Der Einstieg in eine Großkanzlei geht oft mit hoher Arbeitsbelastung einher. Wie sind Sie mit Zeitdruck und Verantwortung umgegangen?

Der Einstieg in eine Großkanzlei ist ohne Frage mit hohem Zeitdruck und schnell wachsender Verantwortung verbunden. Für mich war früh klar, dass ich damit am besten umgehen kann, wenn ich klar strukturiert arbeite. Struktur ist für mich ein zentraler Faktor, um auch in arbeitsintensiven Phasen den Überblick zu behalten.

Konkret arbeite ich sehr viel mit To-do-Listen, Priorisierungen und klaren Arbeitspaketen. Aufgaben gedanklich – und ganz praktisch – zu strukturieren hilft mir dabei, komplexe Themen greifbar zu machen, Fristen im Blick zu behalten und effizient zu arbeiten. Gerade in einem Fachbereich wie Banking & Finance, in dem sehr viele Transaktionen und Projekte parallel laufen, schafft diese Herangehensweise Ruhe und Verlässlichkeit im Alltag.

Ebenso wichtig war für mich, offen zu kommunizieren und rechtzeitig Rückfragen zu stellen, insbesondere bei Prioritäten oder Zeitachsen. Die frühe Mitarbeit in Kanzleien als Wissenschaftliche Mitarbeiterin oder auch Referendarin, hat mich gut darauf vorbereitet, und auch der Austausch mit Mentor:innen und erfahrenen Kolleg:innen hat mir geholfen, Tätigkeiten realistisch einzuordnen und den eigenen Anspruch mit den tatsächlichen Anforderungen in Einklang zu bringen.

Wie haben sich Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten seit Ihrem Einstieg verändert?

Seit meinem Einstieg haben sich meine Aufgaben und Verantwortlichkeiten Schritt für Schritt erweitert. Anfangs stand vor allem das Kennenlernen von Mandaten, Arbeitsabläufen und Strukturen im Vordergrund. Mit zunehmender Erfahrung habe ich dann immer häufiger eigenständig Themen und einzelne Workstreams übernommen, arbeite mandatsnah mit und bin heute deutlich regelmäßiger direkte Ansprechpartnerin für bestimmte Fragestellungen.

Diese Entwicklung erfolgt bei Baker McKenzie bewusst schrittweise und wird eng begleitet. Gleichzeitig habe ich aber auch gelernt, dass es echte Entwicklungsmöglichkeiten nur dann gibt, wenn man selbst bereit ist, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, Fragen zu stellen, Verantwortung anzunehmen und die Extrameile zu gehen. Diese Bereitschaft wird gesehen und gefördert.

Nachwuchsjurist:innen würde ich daher mitgeben, dass Baker McKenzie sehr gute Perspektiven bietet – insbesondere für diejenigen, die Lernbereitschaft, Eigeninitiative und Engagement mitbringen. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, bekommt früh Verantwortung übertragen und kann sich fachlich wie persönlich sehr gut weiterentwickeln.

Welche drei Tipps würden Sie angehenden Berufseinsteiger:innen für den Start in einer Großkanzlei mit auf den Weg geben?

Erstens: Das richtige Team ist entscheidend.

Fachlich kann man vieles lernen – was wirklich den Unterschied macht, ist ein Umfeld, in dem man sich gut aufgehoben fühlt. Ein Team mit klaren Strukturen, festen Ansprechpartner:innen und echter Bereitschaft zur Begleitung erleichtert den Einstieg enorm.

Zweitens: Verantwortung annehmen, aber keine Angst vor Fragen haben.

Der Wechsel in den Kanzleialltag bringt viel Verantwortung mit sich – das gehört dazu. Wichtig ist, diese Verantwortung anzunehmen, ohne zu glauben, alles sofort perfekt können zu müssen. Gute Betreuung erkennt man daran, dass man Fragen stellen darf und soll – idealerweise mit einem eigenen Lösungsvorschlag. Das fördert nicht nur die fachliche Entwicklung, sondern auch das Selbstvertrauen.

Drittens: Struktur, Offenheit für Feedback und ein gewisser eigener Anspruch.

Gerade unter Zeitdruck ist eine gute Selbstorganisation unerlässlich. Gleichzeitig sollte man offen für kontinuierliches Feedback sein und Fehler als Lernchance verstehen. Entwicklung in der Großkanzlei passiert nicht automatisch – sie setzt voraus, dass man lernen will, engagiert bleibt und auch bereit ist, gelegentlich die Extrameile zu gehen.

Insgesamt würde ich angehenden Berufseinsteiger:innen mitgeben: Der Einstieg ist intensiv, aber man wächst sehr schnell hinein – insbesondere dann, wenn man Verantwortung übernimmt, sich Unterstützung holt und aktiv an der eigenen Entwicklung arbeitet.

Vielen Dank für das Interview und die Zeit, Frau Ilzhöfer!


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