Berufsspecial Bank- und Finanzrecht

Berufsspecial

Bank- und Finanzrecht

Praxis

Geld regiert die Welt

„Die vom Staat hergestellten Münzen und Banknoten, die als Zahlungsmittel verwendet werden“, heißt es in der Google-Definition. Dabei ist Geld heutzutage so viel mehr als nur ein Zahlungsmittel. Kontrolle, Macht und Prestige sind nur ein Teil der Errungenschaften, die man mit diesem Medium erzielt. Bereits im 14. Jahrhundert erlangten wohlhabende Familien und Bankhäuser enormen politischen Einfluss aufgrund ihrer Geldverleihgeschäfte. Auch heute ist das Bankwesen einer der ertrag- und einflussreichsten Sektoren im Wirtschaftsleben. Die Europäische Zentralbank braucht nur von Niedrigzinsen zu sprechen und schon graut es den Privatanlegern. Das gesamte Marktgeschehen hängt von den Entscheidungen der Zentralbanken ab.

Dass sich dieser Umstand in naher Zukunft ändern wird, ist nicht abzusehen. Experte in einem Gebiet zu werden, das felsenfester Bestandteil der Volkswirtschaft ist, ist hingegen eine kluge Entscheidung. Finanzielle Sicherheit und Prestige sind damit verbundene Privilegien.

Tätigkeitsfelder

Von außen scheint das Bank- und Finanzrecht ein komplexes und schwer durchschaubares Gebiet zu sein. Dabei umfasst das rechtliche Spektrum meist den Bereich des allgemeinen Zivil- und Sachenrechts. Insbesondere im Rahmen von Finanzierungsangelegenheiten spielt das elementare Vertragsrecht eine bedeutende Rolle. In erster Linie wird zwischen dem Bankrecht, Bankaufsichtsrecht und dem Finanzrecht unterschieden. Das Bank- und Bankaufsichtsrecht umfasst Rechtsfragen über die Erlaubnispflichtigkeit bestimmter Bankgeschäfte, Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen von Banken, sowie gerichtliche und außergerichtliche Konfliktlösungen mit Kunden oder anderen Banken. Im Rahmen der Finanzierung geht es dann regelmäßig um Akquisitionsfinanzierungen, Unternehmenskredite oder aber Immobilien- und Projektfinanzierungen, um Restrukturierungen von Unternehmen, sowie die aktuell sehr beliebten Investitionen in erneuerbare Energien.

Der Alltag im Bank- und Finanzrecht

Den größten Umfang des täglichen Geschäfts hat die Projekt- und Akquisitionsfinanzierung. Im Zuge dessen werden vordergründig Kreditverträge und Sicherheitendokumente erstellt. Vertreten werden u.a. Banken, Finanzdienstleister, Versicherungen und auch private Anleger. Je nachdem auf welcher Seite des Verhandlungstisches man sitzt, wird versucht eine kreditgeber- oder kreditnehmergünstige Vertragsgestaltung auszuhandeln. Diese Tätigkeiten setzen Team- und Kooperationsfähigkeit voraus. Mit Absprachen und effizienter Aufgabendelegation werden in kürzester Zeit Projekte in Millionenhöhe bewältigt. Stressresistenz und Verhandlungsgeschick sind dann unabdingbare Eigenschaften, die der Jurist mitbringen muss. Die Vertrags- und Verhandlungssprache ist Englisch. Kenntnisse im Englischen auf hohem Niveau werden also als selbstverständlich vorausgesetzt.

Berufschancen & Gehälter

Berufsaussichten im Bank- und Finanzrecht – Was sind meine Möglichkeiten?

Mit einer Spezialisierung im Bank- und Finanzrecht ist man sowohl bei wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Großkanzleien gefragt – da diese regelmäßig ausgewiesene Experten im Bereich des Bank- und Finanzrechts benötigen – als auch bei mittelständischen Kanzleien und sogenannten Boutiquen. Boutiquen zeichnen sich insbesondere durch maßgeschneiderte Rechtsberatung aus. Von Vorteil für den Junganwalt ist dann, dass er von einem erfahrenen Partner lernt und früh in die unmittelbare Mandantenbetreuung integriert wird. Attraktiv für den Bank- und Finanzrechtler sind auch Stellen in der Rechtsabteilung einer Bank, der Bankaufsicht oder anderen Finanzdienstleistern.

Wie viele Nullen?

Hervorragende Verdienstmöglichkeiten erwarten den Spezialisten im Bank- und Finanzrecht, wenn er erstmal Fuß auf dem Markt gefasst hat. Das Volumen der Transaktionen umfasst nicht selten hohe Millionenbeträge und bringt den beauftragten Kanzleien beträchtliche Summen ein. Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Anwalts im Bank- und Finanzrecht beträgt in der Regel 70.000 – 100.000 Euro in Großkanzleien. Bei Boutiquen oder kleineren Kanzleien, die vor allem Verbraucher vertreten, schwanken die Gehälter zwischen 40.000 – 60.000 Euro im Jahr.

Bildung

Fachanwalt im Bank- und Finanzrecht

Waren es im Jahre 2008 gerade einmal 4 gemeldete Fachanwälte im Bank- und Finanzrecht, wurden 2015 bereits 900 gezählt. Der Reiz für die Spezialisierung in diesem Bereich liegt unter anderem an den guten Verdienstmöglichkeiten und der großen Nachfrage nach Spezialisten in diesem Gebiet.

Die zuständige Rechtsanwaltskammer, der der Rechtsanwalt/die Rechtsanwältin angehört, verleiht nach Maßgabe der Fachanwaltsordnung (FAO) die Berechtigung zum Führen der Fachanwaltsbezeichnung. Voraussetzungen für diese Verleihung sind:

  • dreijährige Zulassung und Tätigkeit innerhalb der letzten sechs Jahre vor Antragstellung (§3 FAO)
  • Antragstellung bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer (§22 FAO)
  • Nachweis besonderer theoretischer Kenntnisse (§§ 4, 4a und 6 FAO)
  • Nachweis besonderer praktischer Erfahrungen (§§ 5, 6 FAO)

LL.M. – Master of Laws im Bank- und Finanzrecht

Natürlich besteht auch in diesem vielfältigen Berufsfeld die Möglichkeit zu promovieren oder aber einen Master of Laws zu erwerben. Dieser kann beispielsweise am Institut für Law and Finance an der Goethe Universität Frankfurt am Main erworben werden oder auch an einer Vielzahl ausländischer Universitäten, wie beispielsweise am King´s College London. Die Vorteile eines LL.M. in Deutschland liegen zum einen in den günstigeren Kosten (ca. 18.000 €) und zum anderen darin, dass dieser berufsbegleitend absolviert werden kann. Der Nachteil besteht offenkundig darin, dass der „Blick über den deutschen juristischen Tellerrand“ hinaus nicht besteht und Fremdsprachenkenntnisse selten erweitert werden.

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