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Wege zur Partnerschaft: Interview mit Tobias Schröter (DOMBERT Rechtsanwälte)

Tobias Schröter berichtet im Interview über seinen persönlichen Weg zur Salary Partnerschaft bei DOMBERT Rechtsanwälte, seine Motivation sowie den Vereinbarkeit von Karriere und Privatleben. Dabei teilt er seine Erfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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Wege zur Partnerschaft: Interview mit Tobias Schröter (DOMBERT Rechtsanwälte)

Können Sie sich kurz vorstellen und uns etwas über Ihren juristischen Werdegang erzählen? 

Ich bin Tobias, wollte nie Anwalt werden und bin 1993 in einer brandenburgischen Kleinstadt geboren, mit der ich eng verbunden bin, in deren Stadtrat ich mich seit fast 12 Jahren engagiere und in der ich heute noch lebe. Dieses Engagement sorgt nicht nur für einen gewissen Ausgleich. Es eröffnet mir auch wichtige Perspektiven. Mein Jurastudium habe ich jedenfalls 2012 in der Humboldt-Universität zu Berlin begonnen und später das Referendariat in Brandenburg absolviert. Mittlerweile bin ich seit 2020 Rechtsanwalt und seit diesem Jahr Salary Partner bei Dombert Rechtsanwälte am Standort in Potsdam. Wir sind mit mehr als 30 Berufsträgern ausschließlich mit Fragen des öffentlichen und des Verwaltungsrechts in all seinen Facetten befasst. In meinem Fokus stehen Fragen rund um das Kommunal-, Haushalts- und Finanzrecht sowie des öffentlichen Äußerungsrechts. Ich berate bundesweit vor allem Gemeinden, Städte und Landkreise. 

Wie sind Sie auf Dombert Rechtsanwälte aufmerksam geworden und was hat Sie damals überzeugt, dort einzusteigen?

Wie gesagt: ich wollte nie Anwalt werden. Zwischen dem Ersten Staatsexamen und dem Beginn des Referendariats hatte ich mich dann aber doch auf eine Empfehlung in der Kanzlei für eine wissenschaftliche Mitarbeit beworben. Ich wollte sehen, wie eine auf das öffentliche Recht spezialisierte Kanzlei – und davon gibt es nicht so viele – arbeitet, welche Mandate und Mandanten es gibt. Ich war von Beginn an interessanten Mandaten und Fragen beteiligt. Besonders gefiel mir die Mischung aus anspruchsvoller juristischer und damit auch wissenschaftlicher Arbeit auf der einen, aber auch die von Mandanteninteressen, Strategie und politischen Implikationen geleitete anwaltliche Beratung auf der anderen Seite. Diese Erfahrungen und der frühe Zugang zur anwaltlichen Praxis haben mich so nachhaltig überzeugt, dass ich als Referendar und danach als Anwalt wiedergekommen und geblieben bin. Es passt fachlich wie menschlich. Mein ehrenamtliches Engagement wurde und wird nicht als Last, sondern Bereicherung empfunden. Die Zeit für die Familie ist keine Notwendigkeit, sondern Voraussetzung für ein erfülltes und zufriedenes Berufsleben.

Wie viel Zeit ist zwischen Ihrem Einstieg bei Dombert Rechtsanwälte und der Ernennung zum Salary Partner vergangen?

Nachdem ich zunächst 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Anfang 2020 Referendar bei Dombert Rechtsanwälte war, fing ich im Juli 2020 als Rechtsanwalt an. Bis 2024 habe ich – unterbrochen von meiner Elternzeit – in Teilzeit gearbeitet. Zunächst drei, später vier Tage die Woche, um berufsbegleitend meine Dissertation zu verfassen. Ich schätze an der Kanzlei besonders, dass ich immer den notwendigen Freiraum und die Unterstützung hatte, das Projekt „Doktorarbeit“ neben der anspruchs- und verantwortungsvollen Anwaltstätigkeit fertigstellen zu können. Dombert Rechtsanwälte hat mir meinen ganz eigenen, individuellen Entwicklungsweg ermöglicht. 

Wie hat Dombert Rechtsanwälte Sie auf dem Weg zur Partnerschaft unterstützt?

Bei Dombert Rechtsanwälte erhalten auch Berufsanfänger früh eigene Verantwortung und Sichtbarkeit. Sie alle sind potenzielle Partner. Schon im ersten Berufsjahr war ich bei vielen Mandantenterminen dabei, durfte vor einem Landesverfassungsgericht mitverhandeln. Dieser unmittelbare Bezug zur anwaltlichen Praxis auch für Berufsanfänger geht einher mit dem Erlernen des anwaltlichen Handwerks. Coachings mit erfahrenen Partnern der Kanzlei zu Schriftsätzen, Rhetorik, unternehmerischen Entscheidungen und Kalkulationen sowie regelmäßiges Feedback sind intensiv, zuweilen kann es auch mal frustrierend sein – etwa wenn man das Mandantenschreiben zum fünften Mal überarbeiten muss. Was aber bleibt, sind das anwaltliche Einmaleins und die Unterstützung auf dem Weg vom Juristen zum Anwalt, zur eigenen Anwaltspersönlichkeit. Einzelheiten dazu und zu unserem Leitbild und den Karrieremöglichkeiten haben wir in einem Karriereleitfaden zusammengefasst. Die Kanzlei kommuniziert also sehr transparent, welche Entwicklungsmöglichkeiten es gibt und was von Kolleginnen und Kollegen erwartet wird. Das finde ich gut.

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Welche fachlichen, unternehmerischen und persönlichen Fähigkeiten sind aus Ihrer Sicht entscheidend, um Salary Partner zu werden?

Natürlich ist fachliche Expertise unerlässlich. Ziel der Salary Partnerschaft ist es, angehende Partner an die Aufnahme in die Partnerschaft und die damit einhergehende unternehmerische Verantwortung heranzuführen. Dabei geht es auch darum, selbst Personalverantwortung zu übernehmen und eigene unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Dafür braucht es einen Blick für aktuelle und zukünftige Themen, für strategische Entscheidungen, eine eigene Akquise, Bindungskraft bei übernommenen Mandanten, aber auch Empathie und Respekt im Umgang mit Mitarbeitern, Konfliktfähigkeit und Eigenverantwortung, Verantwortungsbereitschaft sowie Eigeninitiative. Kommunikationsfähigkeit nach innen und außen ist sicher die wichtigste Eigenschaft. 

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Vorteile, aber auch Herausforderungen Ihrer Position als Salary Partner?

Der größte Vorteil der Salary Partnerschaft ist aus meiner Sicht, dass Anwälte und damit auch ich die Möglichkeit bekommen, einen tiefen Einblick in die Kanzlei als Partnerschaftsgesellschaft zu bekommen. Dabei geht es natürlich auch um betriebswirtschaftliche Fragen und Entscheidungen – von der Personalstruktur bis zum Jahresabschluss. Auf den ersten Blick kann es herausfordernd sein, sich mit diesen zunächst unbekannten Themen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig bildet die Salary Partnerschaft nicht nur eine berufliche wie persönliche Entwicklung nach innen und außen ab, sondern fördert diese Entwicklung weiter und rundet sie mit weiteren Themen ab. Die dadurch wachsende Eigenständigkeit gegenüber Mandanten und Mitarbeitern ist ebenfalls Vorteil und Herausforderung zugleich.

Viele Berufseinsteiger:innen fragen sich, worin sich eine Salary von einer Equity Partnerschaft konkret unterscheidet. Wie würden Sie diesen Unterschied aus Ihrer eigenen Erfahrung beschreiben?

Der Equity Partner ist Partner im Sinne des PartGG und des Gesellschaftsvertrages, er ist Gesellschafter, damit selbständig und trägt somit auch die unternehmerischen Risiken. Der Salary Partner bleibt im Verhältnis zur Partnerschaft Angestellter. Dies allerdings mit einem hohen Grad an Eigenständigkeit und Sichtbarkeit. An den Partnerversammlungen nimmt der Salary Partner beratend, aber ohne Stimmrecht teil. Dadurch erhält er umfassenden Einblick in die Entscheidungsprozesse der Partnerschaft und kann daran mitwirken.

Wie lässt sich die Partnerschaft mit einer ausgewogenen Work-Life-Balance verbinden? 

Eine ausgewogene Work-Life-Balance oder besser die Vereinbarkeit von Familie, privater Lebensgestaltung und Beruf ist stets eine individuelle Entscheidung und kann sich je nach Lebensphase ganz anders darstellen. Die Kanzlei schafft den Rahmen dafür, dass jeder sich beruflich wie privat so verwirklichen und die Vereinbarkeit der Lebensbereiche herstellen kann. Mit Leben füllen muss das dann jeder Einzelne und für seine Interessen eintreten. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht, auch wenn manche Lebensphasen sicher herausfordernder sind als andere. Gerade der Anwaltsberuf ermöglicht aber – im Rahmen der Anforderungen des Mandats und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – eine flexible Lebensgestaltung wie kaum ein anderer Beruf. Geht nicht, gibt es (fast) nicht. Das gilt für den angestellten Rechtsanwalt als Berufsanfänger genauso wie für den erfahrenen Partner. 

Welchen Ratschlag würden Sie angehenden Berufseinsteiger:innen geben, die langfristig das Ziel einer Partnerschaft verfolgen?

Die Partnerschaft kann ein Ziel sein, dass man sich schon am Anfang des Berufslebens setzt. Sie kann aber auch ein Ziel sein, dass sich erst während des Berufslebens ergibt oder das später sogar aufgegeben wird. Ganz gleich: Eigene Ziele und Ambitionen, aber auch Interessen müssen selbstbewusst kommuniziert werden. Man kann nicht erwarten, auf dem Weg zur Partnerschaft ungefragt begleitet zu werden. Man muss Verantwortung übernehmen wollen und sollte dabei pragmatisch denken sowie authentisch bleiben.

Vielen Dank für das Interview!


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