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Frauen in Führungspositionen – Interview mit Katja Giese

Welche Chancen, Herausforderungen und Strategien prägen den Weg einer Frau in die Partnerschaft einer spezialisierten Anwaltsboutique – und was empfiehlt eine Partnerin, die diesen Weg bewusst gewählt hat? Im Interview gibt Katja Giese von KLIEMT.Arbeitsrecht persönliche Einblicke in Führung, Sichtbarkeit und unternehmerisches Arbeiten in der Boutique-Welt.

Beitrag aus unserer aktuellen Ausgabe des IUR50, 8. Auflage 2026

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Frauen in Führungspositionen – Interview mit Katja Giese

Können Sie uns Ihren beruflichen Weg bis zur Position als Partnerin bei KLIEMT.Arbeitsrecht kurz skizzieren? Gab es entscheidende Weichenstellungen oder Wendepunkte?

Nach meinem Studium in Deutschland und einem LL.M. im Ausland habe ich früh den Schwerpunkt auf das Arbeitsrecht gelegt. Besonders spannend fand ich von Beginn an die Schnittstelle zwischen juristischer Präzision und unternehmerischem Handeln. Nach dem Berufseinstieg in einer großen internationalen Kanzlei habe ich mich bewusst für den Wechsel zu KLIEMT entschieden: Weg von der reinen „Großkanzlei-Struktur“, hin zu einer hochspezialisierten Boutique, in der man Gestaltungsspielraum und Verantwortung früher übernehmen kann. Ein entscheidender Wendepunkt war sicherlich die Möglichkeit, das Münchener Büro mit aufzubauen.

Was hat Sie persönlich motiviert, in einer Anwaltsboutique eine Führungsposition anzustreben?

Mich reizt es, Dinge unternehmerisch mitzugestalten – sei es die inhaltliche Arbeit, die Mandatsführung oder die Weiterentwicklung des Teams. In einer Boutique wie KLIEMT.Arbeitsrecht spürt man die eigene Wirkung sehr direkt: Entscheidungen prägen den Kanzleistandort, das Team und unsere Positionierung am Markt. Dieser unternehmerische Charakter war für mich der größte Anreiz.

Haben Sie auf Ihrem Weg in die Führungsebene Vorurteilen entgegentreten müssen und wie sind Sie damit umgegangen? Welche Hürden mussten Sie überwinden?

Natürlich stößt man als junge Frau in einer Führungsrolle immer mal auf skeptische Blicke – sei es subtil oder offen. Ich habe früh gelernt, dass es sich lohnt, die eigene Leistung selbstbewusst sichtbar zu machen, statt darauf zu warten, dass sie von allein wahrgenommen wird. Manchmal muss man auch aushalten, dass andere den eigenen Ehrgeiz irritierend finden. Das gehört dazu. Entscheidend war für mich aber auch, im richtigen Umfeld zu arbeiten – bei KLIEMT habe ich früh Kolleg:innen gefunden, die Leistung über Klischees stellen.

Gab es Mentor:innen oder Vorbilder, die Sie besonders geprägt haben? Was würden Sie jungen Juristinnen diesbezüglich raten?

Ja, ich hatte das Glück, von Beginn an Partner:innen an meiner Seite zu haben, die mich gefordert, aber auch gefördert haben – fachlich wie persönlich. Meine Empfehlung an junge Juristinnen: Sucht aktiv nach Vorbildern, beobachtet, wie sie arbeiten, und traut euch, Fragen zu stellen. Man muss nicht alles allein herausfinden. Mentoring ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Abkürzung auf dem Karriereweg.

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Welche Fähigkeiten und Eigenschaften sind aus Ihrer Sicht entscheidend, um in einer Anwaltsboutique erfolgreich die Position als Partnerin auszuüben?

Neben juristischer Exzellenz ist es vor allem unternehmerisches Denken: Man muss die Bedürfnisse von Mandanten verstehen, aber auch die Kanzlei als Organisation im Blick haben. Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit und ein gutes Gespür für Menschen sind genauso wichtig wie fachliches Know-how. Wer nur die Paragraphen beherrscht, wird in einer Boutique nicht glücklich – es geht auch darum, Verantwortung zu übernehmen, Strukturen zu schaffen und gemeinsam voranzugehen.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben – und hat er sich im Laufe Ihrer Karriere verändert?

Mein Führungsstil ist heute stark von Offenheit und Teamorientierung geprägt. Ich versuche, klare Erwartungen zu formulieren und gleichzeitig Freiräume zu lassen. Am Anfang meiner Karriere habe ich vieles noch sehr „perfektionistisch“ kontrolliert – heute weiß ich: Vertrauen bringt bessere Ergebnisse und mehr Zufriedenheit im Team.

Wie gelingt es Ihnen, die Führungsverantwortung in der Boutique mit anderen Lebensbereichen (zum Beispiel Familie, Freizeit) zu vereinbaren?

Das ist eine tägliche Herausforderung – aber auch eine Frage der Prioritäten. Ich versuche, meine Energie gut einzuteilen und bewusst Freiräume zu schaffen. Meine Familie gibt mir viel Rückhalt und gleichzeitig haben wir im Münchener Büro eine Kultur, die Vereinbarkeit ernst nimmt.

Wie sehen Sie die Entwicklung von Gleichstellung und Diversität in Anwaltsboutiquen und in der Rechtsbranche insgesamt?

Es hat sich viel bewegt – gerade in Boutiquen, wo man schneller Strukturen anpassen kann als in internationalen Großkanzleien. Aber: Wir sind noch nicht am Ziel. Gerade bei den Partnerinnen-Quoten gibt es noch Luft nach oben. Ich halte nichts von der Idee, Frauen zu schonen oder mit „Sonderwegen“ in die Partnerschaft zu bringen. Wir brauchen gleiche Chancen – und den Mut, sie auch zu ergreifen.

Welche konkreten Schritte könnten Ihrer Meinung nach helfen, mehr Frauen in Führungspositionen der Rechtsbranche zu bringen?

Transparente Karrierewege, flexible Arbeitsmodelle und echte Vorbilder. Junge Juristinnen müssen sehen, dass Partnerschaft mit Familie und einem erfüllten Leben vereinbar ist. Außerdem braucht es Strukturen, die Frauen nicht nur „fördern“, sondern ihnen wirklich Verantwortung geben – sei es in Mandatsführung, Business Development oder Teamleitung.

Welchen Rat würden Sie jungen Juristinnen mit auf den Weg geben, die selbst anstreben, in einer Anwaltsboutique wie KLIEMT.Arbeitsrecht Partnerin zu werden?

Trauen Sie sich, groß zu denken – und setzen Sie nicht nur auf Fachwissen, sondern auch auf Ihr Netzwerk, Ihre Persönlichkeit und Ihre Ideen. Bleiben Sie neugierig, übernehmen Sie früh Verantwortung und suchen Sie sich die Menschen, die Sie auf diesem Weg begleiten. Am Ende ist es die Kombination aus Exzellenz, Mut und Authentizität, die den Unterschied macht.

Vielen Dank, Katja Giese!

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