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Öffentlicher Dienst: Interview aus dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus

In unserer neuen Interviewreihe "Karriere im Öffentlichen Dienst" fühlen wir verschiedenen Ministerien in allen Bundesländern auf den Zahn, um einen Einblick in ihre Struktur und Angebote zu geben, denn auch im Öffentlichen Dienst gibt es attraktive Perspektiven für Referendare und Berufseinsteiger.

Karriere im Öffentlichen Dienst

Ob als Referendar oder Berufseinsteiger: Beim Thema Karriere dreht sich Vieles in erster Linie um Kanzleien. Sie sind besonders präsent, wenn es darum geht, juristischen Nachwuchs zu akquirieren und locken zumeist mit hohen Gehältern. Als junger Jurist kann es sich aber ebenfalls lohnen, auch eine Karriere im Öffentlichen Dienst in Betracht zu ziehen. Da der Informationszugang hier allerdings schwieriger zu sein scheint als das bei Kanzleien der Fall ist, sind wir auf verschiedende Ministerien in allen Bundesländern zugegangen und haben sie zu den Themen Einstellungen und Personalbedarf, Altersstruktur, Arbeitsmodelle, Tätigkeitsbereiche und Vorurteile in Bezug auf die Arbeit in einem Ministerium befragt. Hier erfahrt hier, was die Tätigkeit im Sächsischen Staatsministerium für Kultus (SMK) attraktiv macht!

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

iurratio: Was sind typische Aufgaben für Referendare in Ihren Referaten?

SMK: Im Sächsischen Staatsministerium für Kultus sind die juristischen Mitarbeiter sowohl mit typisch ministeriellen Aufgaben, wie dem Entwurf von Richtlinien, Verwaltungsvorschriften, Verordnungen und Gesetzen und der Prüfung juristischer Sachverhalte grundsätzlicher Natur, als auch mit der Bescheid- und Schriftsatzerstellung betraut.

Das Landesamt für Schule und Bildung ist die nachgeordnete Schulaufsichtsbehörde des SMK und insbesondere für die Beratung und Unterstützung der Schulen bei der eigenverantwortlichen Wahrnehmung ihrer Aufgaben sowie die Sicherung und Verbesserung der Qualität schulischer Arbeit gemeinsam mit den Schulen verantwortlich. Die hier tätigen juristischen Mitarbeiter sind hauptsächlich mit der Widerspruchsbearbeitung und Schriftsatzerstellung betraut. Darüber hinaus sind die komplette Lehrerausbildung im Vorbereitungsdienst und die Lehrerpersonalbetreuung im Freistaat Sachsen zu koordinieren. Referendare werden in die dargestellten Aufgaben im Tätigkeitsbereich des jeweils betreuenden Juristen einbezogen.

iurratio: Wie ist Ihr Personalbedarf an juristischen Mitarbeiter*innen? Hat sich dies durch Corona geändert?

SMK: Der Personalbedarf im Geschäftsbereich des SMK ist mit dem Personalbedarf in anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung vergleichbar. Bedingt durch Altersabgänge und unvorhersehbare Abgänge entstehen regelmäßig Personalbedarfe, welche durch entsprechende Stellenausschreibungs- und Auswahlverfahren gedeckt werden. Darüber hinaus entstehen auch durch Aufgabenmehrungen Personalbedarfe.

iurratio: Welche Ihrer Stellen/ Referate eröffnen den höchsten Personalbedarf an juristischen Mitarbeiter*innen?

SMK: Die höchsten Personalbedarfe bestehen in den Verwaltungsabteilungen bzw. dem Bereich Zentrale Dienste und den Grundsatzreferaten der Fachabteilungen.

iurratio: Erreichen Sie genügend Bewerbungen, um diesen Personalbedarf zu decken?

SMK: Für dauerhaft zu besetzende Stellen und befristet zu besetzende Stellen in Großstädten wird die Anzahl der Bewerbungen als ausreichend erachtet, wenngleich die Anzahl der Bewerbungen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist.

iurratio: Haben Sie insbesondere Schwierigkeiten, in den juristischen Berufen jungen Nachwuchs zu bekommen? Wenn ja, worauf führen Sie dies zurück?

SMK: Bislang gab es keine Schwierigkeiten, jungen Nachwuchs zu gewinnen.

iurratio: Wie ist die Altersstruktur der juristischen Mitarbeiter in Ihrer Behörde?

SMK: Im Bereich der juristischen Mitarbeiter ist im Geschäftsbereich des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus eine mit anderen Behörden vergleichbare, dem demografischen Wandel unterliegende Altersstruktur zu verzeichnen.

iurratio: Welche Arbeitsmodelle bieten Sie Ihren juristischen Mitarbeitern an?

SMK: Juristischen Mitarbeitern stehen dieselben Arbeitsmodelle wie allen anderen Mitarbeitern auch zur Verfügung. Dies umfasst beispielsweise die flexible tägliche Arbeitszeitgestaltung, die Teilzeitbeschäftigung mit Rückkehrmöglichkeit in die Vollzeit, die Inanspruchnahme von Elternzeit mit Rückkehr auf den bisherigen Arbeitsplatz und die Möglichkeit zu mobilem Arbeiten und alternierender Telearbeit.

iurratio: Wie sehen die Aufstiegsmöglichkeiten/ Karriereperspektiven für juristische Mitarbeiter in Ihrer Behörde aus?

SMK: Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich entsprechend der Grundlage eines eigenen Personalentwicklungskonzeptes des Geschäftsbereichs und eines ressortübergreifenden Personalentwicklungskonzeptes für Führungskräfte. Mit mehr als 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist der Freistaat zudem einer der größten Arbeitgeber in Sachsen. Das Karriereportal des Freistaates Sachsen eröffnet eine Vielzahl an beruflichen Perspektiven in zahlreichen Tätigkeitsfeldern.

Da die juristischen Mitarbeiter in der Regel sehr an einer Verbeamtung interessiert sind und diesen Wünschen in der Regel entsprochen wird, sind bei der Personalentwicklung auch die beamtenrechtlichen Vorgaben zu beachten.

iurratio: Was macht Ihre Behörde für junge Juristen besonders attraktiv?

SMK: Die Tätigkeit im Geschäftsbereich des SMK ist für junge Juristen besonders attraktiv, weil eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst mit

  • interessanten und verantwortungsvollen Tätigkeitsfeldern im Bereich des Schul-, Verwaltungs-, Arbeits- und Dienstrechts,
  • Entwicklungsmöglichkeiten,
  • regelmäßigen Fortbildungsmöglichkeiten,
  • flexiblen und familienfreundlichen Arbeitszeiten,
  • einer zusätzlichen tarifvertraglichen betrieblichen Altersversorgung (VBL),
  • einer Sonderzahlung am Jahresende gemäß § 20 des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) und
  • einem betrieblichen Gesundheitsmanagement mit Angeboten zur betrieblichen Gesundheitsförderung

geboten wird.

iurratio: Nutzen Sie Werbemittel/ Online-Portale/ Social Media Services, um für Ihre Behörde als juristischer Arbeitgeber zu werben? Wenn ja, was tun Sie konkret? Wenn nein, was hindert Sie daran?

SMK: Mit der Initiative der Staatsregierung „Mach was Wichtiges!“ wirbt der Freistaat Sachsen für sich als attraktiven Arbeitgeber in allen Tätigkeitsbereichen. Hierzu wurden diverse Werbemittel erstellt, ein Online-Portal geschaltet und verschiedene Social Media Services genutzt.

iurratio: Vielen Dank für das Interview!

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