Jura-Referendariat in Bremen

Gerichtsbezirke

Die Ausbildung im Bezirk des Hanseatischen Oberlandesgerichts Bremen erfolgt in erster Linie am Landgericht Bremen sowie den Amtsgerichten Bremen, Bremen-Blumenthal und Bremerhaven.

Bewerbung

Informationen zu den einzureichenden Bewerbungsunterlagen und Anträgen findet ihr hier. Die Bewerbung ist zu richten an die

Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Bremen
Am Wall 198

28195 Bremen

Einstellungstermine und Wartezeit

In Bremen werden jeweils zum April und Oktober 25 Referendare eingestellt. Es finden sich keine genaueren Angaben zu Wartezeiten. Bewerben sich pro Einstellungstermin mehr als 25 Anwärter, werden die Ausbildungsplätze

  • bis zu 15% an Härtefälle
  • bis zu 45% an Bewerber nach dem Ergebnis der ersten juristischen Prüfung, die sich bereits erfolglos für das Referendariat in Bremen beworben haben, und
  • im Übrigen an Bewerber nach dem Ergebnis der ersten juristischen Prüfung vergeben.

Ablauf des Vorbereitungsdienstes

  • 5 Monate: Zivilrechtsstation
    • kann in 2 Abschnitte à 2 und 3 Monaten geteilt werden
  • 3,5 Monate: Strafrechtsstation
  • 3,5 Monate: Verwaltungsstation
    • kann ganz oder teilweise bei einem Verwaltungs-, Sozial oder Finanzgericht absolviert werden
    • Anrechnung einer Ausbildung an einer rechtswissenschaftlichen Fakultät möglich
  • 9 Monate: Anwaltsstation
    • teilbar, ein Teilabschnitt muss aber mindestens 3 Monate umfassen
    • bis zu 3 Monaten bei einem Notar, Unternehmen, Verband oder einer sonstigen, Ausbildungsstelle möglich, bei der eine sachgerechte rechtsberatende Ausbildung gewährleistet ist
  • im 21. Monat: schriftlicher Teil des 2. Staatsexamens
  • 3 Monate: Wahlstation
    • Anrechnung einer Ausbildung an einer rechtswissenschaftlichen Fakultät, die noch nicht auf die Pflichtstationen angerechnet wurde, mit bis zu 3 Monaten möglich
  • Anschließend: mündliche Prüfung

Top 10 Arbeitgeber im Norden für das Referendariat 2021

Gem. § 37 II, III JAPG kann die Reihenfolge und Dauer einzelner Stationen „aus zwingenden Gründen“ oder „wenn das im Interesse der Ausbildung geboten ist“, geändert werden. Ggf. ist die Wiederholung einzelner Stationen möglich.

Auszug aus § 37 JAPG (Bremen)
(2) Der Leiter der Ausbildung kann im Einzelfall aus zwingenden Gründen, jedoch nicht wegen unzureichender Leistungen, die Ausbildung um bis zu sechs Monate verlängern; § 47a bleibt unberührt. Er kann dabei die Reihenfolge der Stationen ändern, Stationen verlängern und anordnen, dass eine oder mehrere Stationen ganz oder teilweise zu wiederholen sind.
(3) Der Leiter der Ausbildung kann auf Antrag des Referendars die Reihenfolge und die Dauer der Ausbildungsstellen ändern, wenn das im Interesse der Ausbildung geboten ist.

Referendariat im Ausland

In Bremen können Referendare grds. ihre Stationen auch im Ausland ableisten. Hierbei bestehen Einschränkungen insoweit lediglich in den ersten beiden Stationen (Zivilgericht und Strafsachen).
In der Wahlstation ist dies zudem abhängig vom gewählten Wahlbereich. Hier sehen nur 2 der 7 Wahlbereiche die Möglichkeit vor, die Station bei einer über-, zwischenstaatlichen oder ausländischen Ausbildungsstelle zu absolvieren. Der Leiter der Ausbildung kann aber weitere Ausbildungsstellen bestimmen, wenn diese geeignet sind.

Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer

Ein Studium in Speyer ist während der Verwaltungs- oder Wahlstation möglich bzw. kann im Rahmen dessen angerechnet werden.

Erfahrungsbericht DUV Speyer

Unterhaltsbeihilfe

In Bremen wird eine Unterhaltsbeihilfe in Höhe von 1.333,61€ gezahlt. Neben der Unterhaltsbeihilfe werden bei Vorliegen der Voraussetzungen auch Familienzuschläge gezahlt (Stufe 1: 145,44€; Stufe 2: 269,77€). Bei mehr als einem Kind erhöht sich der Familienzuschlag für das zweite zu berücksichtigende Kind um 124,33€ und für das dritte und jede weitere Kind um 387,38€.

Nähere Informationen dazu findet ihr hier. Weiteres zur Möglichkeit der Ausübung einer Nebentätigkeit gibt es hier.

Urlaub im Referendariat

Der Erholungsurlaub umfasst 30 Arbeitstage im Jahr und wird nicht während der ersten 4 Monate des Vorbereitungsdienstes gewährt. Weitere Informationen dazu und zur Gewährung von Sonderurlaub findet ihr hier.

Zweites Staatsexamen

Der schriftliche Teil des 2. Staatexamens im 21. Monat des Referendariats besteht in Bremen aus 8 Klausuren:

  • 4x Zivilrecht
  • 2x Strafrecht
  • 2x Öffentliches Recht

Das Ergebnis des schriftlichen Teils macht 70% der Gesamtnote aus, d.h. eine Klausur wird zu je 8,75% gewichtet.
Die mündliche Prüfung besteht aus einem Aktenvortrag im vom Referendar gewählten Schwerpunktbereich, der zu 8% gewichtet wird, sowie einem Prüfungsgespräch zu den drei Pflichtfächern und dem Schwerpunktbereich. Das Prüfungsgespräch fließt insgesamt zu 22% in die Gesamtnote ein, d.h. ein Teil des Prüfungsgesprächs wird zu je 5,5% gewichtet.

Notenverbesserung

In Bremen ist ein Verbesserungsversuch möglich. Die Prüfungsgebühr hierfür beträgt 800€. Eine Rückerstattung in Höhe von 385€ erfolgt bei

  • Nichtteilnahme an den Aufsichtsarbeiten
  • Unterbrechung der Prüfung ohne wichtigen Grund oder
  • vorzeitiger Beendigung eine Woche nach den Aufsichtsarbeiten.

Eine Rückerstattung in Höhe von 112€ erfolgt bei

  • Nichtzulassung zur mündlichen Prüfung oder
  • vorzeitiger Beendigung eine Woche nach Bekanntgabe der schriftlichen Ergebnisse.

Den dafür erforderlichen Antrag findet ihr hier. Er ist spätestens 4 Monate nach der mündlichen Prüfung des Erstversuchs zu stellen.

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Das juristische Referendariat