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Das Referendariat: Interview mit Rechtsanwältin Franziska Mayer (H/T Defensio)

Wertvolle Erfahrungen und Ratschläge über das Referendariat teilt Rechtsanwältin Franziska Mayer von H/T Defensio in unserer Interviewreihe "Mentoren für Referendare".

Ganz wichtig: Auch genug Pausen einplanen!

Rechtsanwältin Franziska Mayer

H/T Defensio

iurratio: An welchem Gericht haben Sie Ihr Referendariat absolviert? Was war für Ihre Wahl entscheidend?

Franziska Mayer: Mein Referendariat habe ich am OLG Nürnberg absolviert. Die AGs fanden in meiner Wahlheimat Regensburg am Landgericht statt. Ich hatte dort bereits seit 2009 studiert.

iurratio: Bei welchen Arbeitgebern haben Sie Ihre Stationen absolviert?

Franziska Mayer: In der Zivilstation war ich beim Zivilrichter am AG und LG. Anschließend bei der Staatsanwaltschaft Regensburg und danach am Verwaltungsgericht und in der Schulbehörde. Meine Anwaltsstation durfte ich bei meinem Mentor Dr. Thomas Galli in Augsburg mit Schwerpunkt Strafrecht/Strafvollstreckung/Strafvollzug ableisten. Nach dem Examen absolvierte ich die Wahlstation bei einem sehr renommierten Regensburger Strafverteidiger Prof. Dr. Jan Bockemühl.

iurratio: Nach welchen Kriterien haben Sie die Ausbildungsstätten ausgewählt?

Franziska Mayer: Vor allem die Anwaltsstation und die Wahlstation habe ich in Blick auf meinen Berufswunsch „Strafverteidigerin“ ausgewählt, v.a. um einen Einblick in den Berufsalltag und selbst Praxiserfahrung zu bekommen. Die übrigen Stationen waren in Bayern soweit vorgegeben.

iurratio: Wie war die Begleitung durch die Ausbilder?

Franziska Mayer: Die Aufgaben am Zivilgericht/ bei der Staatsanwaltschaft/Verwaltung waren sehr überschaubar und für die Sammlung von Praxiserfahrung eher nicht sehr geeignet. Vor allem während der Station bei der Staatsanwaltschaft hatte ich gehofft, mehr in die Sitzungsvertretung involviert zu werden. Da wir aber drei Referendare waren und der Jahresurlaub der Staatsanwältin in die Zeit während der Station fiel, gab es leider nicht genug Möglichkeiten.

Die Begleitung in der Anwaltsstation und Wahlstation war hervorragend. Ich konnte mein bisher erlangtes Wissen aktiv miteinbringen und zahlreiche Anträge für die beiden Verteidiger schreiben sowie eigene Hauptverhandlungen vorbereiten und führen.

iurratio: Haben Sie eine stationsbegleitende Nebentätigkeit ausgeübt?

Franziska Mayer: Nein.

iurratio: Wie waren Ihre Erfahrungen mit den stationsbegleitenden AGs?

Franziska Mayer: Die AGs waren inhaltlich sehr gut. Jedoch war die Reihenfolge ungünstig. Die neuen Bereiche (Wasserrecht, Steuerrecht, Kautelar etc.) wurden ans Ende des Referendariats gelegt, sodass bis zum Examen nicht viel Zeit blieb, den neuen Stoff zu verinnerlichen und Übungsklausuren zu schreiben.

iurratio: Wie haben Sie sich die Zeit zum Arbeiten und Lernen eingeteilt?

Franziska Mayer: Die intensive Lernphase begann bei mir ca. 6 Monate vor dem Examenstermin. Ich habe versucht, jeden Tag in die Bibliothek zu gehen und in Ruhe den Stoff zu wiederholen. Am Wochenende habe ich Klausuren geschrieben oder Crashkurse besucht. Die AGs haben regelmäßig ebenfalls Klausuren gestellt. Ich habe mir einen genauen Lernplan erstellt, den ich auch einhalten konnte. Außerdem habe ich mir aktiv Pausen (2x pro Woche Sport und 2x pro Woche Reiten) und jeden Tag eine längere Mittagspause eingeplant, u.a. für gesundes Kochen und eine kleine Siesta :)

iurratio: Wie haben Sie sich auf das 2. Examen vorbereitet? Welche Materialien haben Sie zur Vorbereitung auf das 2. Examen genutzt?

Franziska Mayer: Durch eigene Wiederholung des Examensstoffs, wöchentliche Übungsklausuren und Crashkurse. Ich habe vor allem mit den Unterlagen der AGs, den Skripten und Übersichten gearbeitet. Dazu kamen noch die Unterlagen der Crashkurse von Alpmann Schmidt und/oder Hemmer. Aus diesen Unterlagen habe ich mir das wichtigste herausgezogen/zusammengefasst.

iurratio: Welche Tipps würden Sie angehenden Referendaren zur Vorbereitung auf das Referendariat mitgeben?

Franziska Mayer:

  1. Versucht, so viel in den Stationen mitzunehmen, wie es geht.
  2. Nehmt euch genug Zeit zum Lernen.
  3. Macht einen Lernplan (den ihr auch einhalten könnt).
  4. Ganz wichtig: Auch genug Pausen/Ausgleich (Sport, frische Luft u.ä.) einplanen!
  5. Unterlagen abspecken: Man tendiert dazu, den Stoff aus mehreren Quellen zu ziehen. Stellt euch für jedes Thema eure eigenen Unterlagen/Zusammenfassungen zusammen, mit denen ihr lernt!


iurratio: Warum haben Sie sich letztendlich für Ihren jetzigen Arbeitgeber entschieden?

Franziska Mayer: Mein Berufswusch war ganz klar: Strafverteidigerin in Hamburg. Ich habe mich für H/T Defensio entschieden, da das Team aus jungen Strafverteidigern und erfahrenen Partnern besteht. Die Zusammenarbeit findet auf Augenhöhe statt und ist mit einer Vision verknüpft. Im Team tauschen wir Erfahrungen und Wissen aus. Ich werde von den beiden Partnern im Strafrecht Dr. Jonas Hennig und Christian Albrecht sehr unterstützt und gefördert. Dadurch kann ich mein volles Potential entwickeln und schöpfen. Ich hatte von Anfang an Raum, meine Verteidigerpersönlichkeit zu finden und meine eigenen Erfahrungen zu sammeln. Ich bin sehr froh ein Teil des Verteidigerteams bei H/T Defensio zu sein!

iurratio: Vielen Dank für Ihre Zeit und das Interview, Frau Mayer!

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