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Wege zur Partnerschaft: Interview mit Daniel Latta (Noerr)

Daniel Latta von Noerr berichtet im Rahmen unserer Interviewreihe "Wege zur Partnerschaft" über seine Karriere und die Herausforderungen, die mit der Stellung als Associated Partner in einer Großkanzlei einhergehen.

Ich fühlte mich von Anfang an sehr unterstützt, vor allem von meinem direkten Vorgesetzten.

Rechtsanwalt Daniel Latta

Noerr

iurratio: Warum haben Sie sich entschieden, bei Noerr zu arbeiten?

Daniel Latta: Ich habe mich für Noerr entschieden, weil ich meine berufliche Zukunft im Bereich Litigation sah und Noerr in diesem Bereich zu den führenden Kanzleien zählt. Zudem bot Noerr sehr interessante Entwicklungsperspektiven und bietet sie immer noch.

iurratio: Wie sind Sie ursprünglich auf Noerr gestoßen?

Daniel Latta: Aufgrund meiner Ausbildung zum Bankkaufmann hat mich die Schnittstelle zwischen Bankrecht und Litigation interessiert. Als ich gesehen habe, dass Noerr in Berlin die stark wachsende Banking Litigation Praxis weiter verstärken möchte, habe ich mich im Berliner Büro von Noerr beworben. Zudem wollte ich meine Corporate-Erfahrung aus meiner vorangegangenen Tätigkeit mit Litigation verzahnen. Auch hierfür bietet Noerr sehr gute Perspektiven.

iurratio: Welche Stationen haben Sie durchlaufen, um Associated Partner zu werden? Was hat Ihnen dabei geholfen?

Daniel Latta: Ich war zunächst, wie üblich, Associate. Ich hatte zu Beginn meiner Tätigkeit die Gelegenheit, spontan einige Zeit im Münchener Büro zu verbringen und dort Kollegen bei einem größeren Mandat zu unterstützen. Zudem war ich einige Monate im Rahmen eines Secondments bei einer Mandantin tätig. Beides war sehr hilfreich. Ich konnte Kollegen aus anderen Standorten kennenlernen und recht früh eine intensive Bindung zur Mandantin aufbauen. Nach etwa zwei Jahren Berufungserfahrung wurde ich bei Noerr auf den Briefkopf aufgenommen. Zum 01.01.2017 wurde ich dann zum Associated Partner ernannt.

Ich fühlte mich von Anfang an sehr unterstützt, vor allem von meinem direkten Vorgesetzten. Er hat mir sehr viel Vertrauen entgegengebracht und mir früh Raum gelassen, Mandate eigenständig und eigenverantwortlich zu bearbeiten. So konnte ich schon recht früh auch größere Mandate mit viel Eigenverantwortung übernehmen und direkter Ansprechpartner für Mandanten werden.

Ich habe zudem regelmäßig an internen Weiterbildungsangeboten von Noerr teilgenommen. Ich fand es positiv, dass die Weiterbildungsangebote sich nicht auf juristische Themen beschränkten, sondern über den juristischen Tellerrand hinausragten (z.B. Verhandlungsführung, Business Development, Personalführung). Ich erhielt dadurch wertvolle Hilfen und Anregungen, die mir bei der täglichen Mandatsarbeit und bei der Entwicklung eines eigenen Business-Case helfen.

iurratio: Welche Fähigkeiten und Qualifikationen muss man mitbringen, um Associated Partner zu werden?

Daniel Latta: Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Ich denke, jeder beantwortet sie anders. Eine feste Anzahl von Fähigkeiten und Qualifikationen, die man vorweisen muss, um Partner / Counsel zu werden, gibt es meines Erachtens nicht.

Fachliche, also juristische, Exzellenz ist in gewisser Weise selbstverständlich und wird von den Mandanten erwartet. Doch exzellentes juristisches Fachwissen alleine genügt nicht. Ebenso wichtig ist es, die fachliche Exzellenz in für den Mandanten verständliche und praktikable Handlungsempfehlungen und Lösungsvorschläge zu übertragen. Das geht nur, wenn ich das Geschäft des Mandanten und die wirtschaftlichen Implikationen verstehe. Von daher sollte ein guter Anwalt unternehmerisch denken können und ein tiefes Verständnis für das jeweilige Business des Mandanten haben.

Eigeninitiative, Souveränität und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, halte ich ebenfalls für sehr wichtig. Das gilt etwa, aber nicht nur, wenn es darum geht, neue Themenfelder zu besetzen und einen eigenen Business-Case aufzubauen. Dass zu beruflichem Erfolg auch Fleiß und Durchhaltevermögen gehört, ist ebenfalls selbstverständlich. Das ist in meinen Augen in allen Bereichen so.

Ein Partner / Counsel sollte aus meiner Sicht auch die Fähigkeit besitzen, in einem Team zu arbeiten und ein Team zu führen. Gerade bei größeren Mandaten ist Teamarbeit und Vertrauen ganz wesentlich für den Erfolg. Ein offenes und stets respektvolles Miteinander sind daher unerlässlich.

iurratio: Was sind die Vor- und Nachteile Ihrer Position? Wie wirkt sie sich auf Ihre Work-Life-Balance aus?

Daniel Latta: Mir gefällt, dass ich Mandate eigenverantwortlich bearbeiten kann. Zudem ist meine berufliche Tätigkeit und meine Position sehr abwechslungsreich, da ich mit Rechtsfragen aus ganz unterschiedlichen Bereichen konfrontiert werde und gerade bei größeren und komplexen Mandaten mit Kollegen aus anderen Noerr-Standorten zusammenarbeiten kann. Mir macht es außerdem Spaß, jüngere Kollegen ins Mandat einzubeziehen und sie bei ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Die Frage nach der richtigen Work-Life-Balance muss jeder für sich selbst beantworten. Allgemeine Aussagen sind schwer zu treffen und helfen auch nicht weiter. Der Beruf ist zwar einerseits anspruchsvoll, auch in zeitlicher Hinsicht. Er gewährt aber auch eine große zeitliche Flexibilität, was man nicht unterschätzen sollte. Noerr legt zudem Wert darauf, dass Urlaub nicht nur auf dem Papier besteht, sondern tatsächlich auch genommen wird.

iurratio: Was können Sie angehenden Berufseinsteigern raten, die ebenfalls dieses Ziel anstreben?

Daniel Latta: Ich bin mir nicht sicher, ob man sich bereits vor dem Einstieg in den Anwaltsberuf das Ziel „Partner/Counsel“ in einer Großkanzlei setzen sollte. Viel wichtiger sind aus meiner Sicht Neugierde, Lernbereitschaft, Flexibilität und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Natürlich gehört auch Fleiß dazu. Bringt man all dies bei seinem Berufungseinstieg mit, ergeben sich viele Chancen fast von alleine.

iurratio: Vielen Dank für Ihre Zeit und das Interview, Herr Latta!

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