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LL.M. ohne Prädikat: Welche Möglichkeiten gibt es?

glenn carstens peters npxXWgQ33ZQ unsplash

Brauche ich ein Prädikatsexamen für einen LL.M.? Nein. Ein vollbefriedigendes Staatsexamen ist keine allgemeine Voraussetzung für ein Master-of-Laws-Studium. Welche Examensnote für die Zulassung erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Studiengang und dessen Zulassungsbedingungen ab.

Gerade für Juristinnen und Juristen, die ihr Staatsexamen ohne Prädikat abgeschlossen haben, kann ein LL.M. daher eine interessante Möglichkeit sein, sich fachlich zu spezialisieren, internationale Erfahrungen zu sammeln oder den eigenen Lebenslauf gezielt zu ergänzen.

Allerdings unterscheiden sich die Anforderungen deutlich: Während manche Programme mindestens ein „befriedigend“ voraussetzen, gibt es auch Studiengänge mit alternativen Auswahlverfahren oder Möglichkeiten zur Einzelfallprüfung.

Welche Note brauche ich für einen LL.M.?

Eine allgemeingültige Mindestnote gibt es nicht. Entscheidend sind die Zulassungsvoraussetzungen des jeweiligen Programms.

ExamensnoteMögliche Situation
Sehr gut / gutGroße Auswahl an LL.M.-Programmen
VollbefriedigendZugang zu zahlreichen, auch selektiveren Programmen
BefriedigendViele Programme sind grundsätzlich zugänglich
AusreichendAuswahl kleiner; teilweise individuelle Prüfung möglich

Die Tabelle dient nur als Orientierung. Selbst bei erfüllter Mindestnote können weitere Kriterien wie Sprachkenntnisse, ein bestimmter Studienabschluss oder Berufserfahrung eine Rolle spielen.

LL.M. mit 6 oder 7 Punkten – welche Möglichkeiten gibt es?

Mit einem Staatsexamen im Bereich „befriedigend“ ist ein LL.M. keineswegs ausgeschlossen. Viele Studiengänge setzen beispielsweise 6,5 Punkte als Mindestnote voraus.

Wer die Voraussetzungen erfüllt, sollte dennoch beachten, dass eine Mindestnote nicht automatisch einen Studienplatz garantiert. Je nach Programm können weitere Auswahlkriterien hinzukommen.

LL.M. mit 5 Punkten – ist das möglich?

Auch mit einem ausreichenden Staatsexamen können einzelne LL.M.-Programme offenstehen. Teilweise besteht die Möglichkeit, die Bewerbung einer individuellen Eignungsprüfung zu unterziehen.

Dabei können neben der Examensnote beispielsweise Berufserfahrung, fachliche Vorkenntnisse, wissenschaftliche Leistungen, Auslandsaufenthalte oder die besondere Motivation für den Studiengang berücksichtigt werden.

Ein Beispiel dafür ist der LL.M. Internationales Lizenzrecht an der Hochschule Darmstadt: Dort ist eine Bewerbung ab 5 Punkten grundsätzlich über eine Einzelfallprüfung möglich, wenn weitere Voraussetzungen erfüllt sind.

Muss ich mit einem fehlenden Prädikat einen weniger renommierten LL.M. wählen?

Nicht unbedingt. Ein fehlendes Prädikat schränkt die Auswahl zwar bei besonders selektiven Programmen ein, bedeutet aber nicht automatisch, dass nur weniger bekannte Hochschulen infrage kommen.

Entscheidend ist, welche Zulassungskriterien das konkrete Programm anlegt. Manche Hochschulen betrachten neben der Examensnote weitere Leistungen oder führen ein Auswahlverfahren durch.

Deshalb lohnt sich ein genauer Blick in die aktuelle Zulassungsordnung, statt einen LL.M. allein anhand der Examensnote auszuschließen.

Kann ein LL.M. ein fehlendes Prädikatsexamen ausgleichen?

Hier solltest du realistisch bleiben: Ein LL.M. ersetzt ein fehlendes Prädikat nicht.

Bei Arbeitgebern, die für bestimmte Positionen feste Mindestnoten in den Staatsexamina verlangen, bleiben diese Anforderungen in der Regel bestehen. Ein LL.M. kann dein Profil aber sinnvoll ergänzen – etwa durch eine fachliche Spezialisierung, Auslandserfahrung oder sehr gute Englischkenntnisse.

Entscheidend ist daher weniger die Frage, ob ein LL.M. ein schwächeres Examen „ausgleicht“, sondern welchen zusätzlichen Mehrwert er deinem Lebenslauf gibt.

Für wen lohnt sich ein LL.M. ohne Prädikat?

Ein LL.M. kann besonders interessant sein, wenn du dein Profil nach dem Staatsexamen gezielt weiterentwickeln möchtest. Das gilt beispielsweise für eine Spezialisierung, einen internationalen Karriereweg oder den Einstieg in ein bestimmtes Rechtsgebiet.

Gerade dann sollte der LL.M. nicht lediglich dazu dienen, dem Lebenslauf einen weiteren Abschluss hinzuzufügen. Je klarer das berufliche Ziel, desto sinnvoller lässt sich ein passendes Programm auswählen.