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Empfehlungs-schreiben für den LL.M.: Wen fragen und worauf kommt es an?

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Ein Empfehlungsschreiben (Letter of Recommendation) gehört bei vielen LL.M.-Bewerbungen zu den wichtigen Bestandteilen der Bewerbung. Es soll der Universität eine Einschätzung deiner fachlichen Fähigkeiten und deiner persönlichen Eignung geben, die über Examensnoten und Lebenslauf hinausgeht.

Gerade bei Bewerbungen im Ausland solltest du frühzeitig klären, wer dich empfehlen kann, wie viele Schreiben benötigt werden und welche Vorgaben die jeweilige Universität macht.

Wichtig ist vor allem: Ein Empfehlungsschreiben ist nicht einfach eine weitere Version des Lebenslaufs. Entscheidend ist, wer etwas über dich sagen kann und wie konkret diese Person deine Fähigkeiten beurteilen kann.

Wen sollte ich für ein LL.M.-Empfehlungsschreiben fragen?

Die beste Person für ein Empfehlungsschreiben ist nicht automatisch diejenige mit dem höchsten akademischen Titel. Entscheidend ist vielmehr, wie gut die Person dich kennt und deine Leistungen konkret beurteilen kann.

Je nach Universität können beispielsweise folgende Personen geeignet sein:

Mögliche PersonBesonders geeignet, wenn …
Professor / Professorindu dort eine Hausarbeit, Seminararbeit oder Abschlussarbeit geschrieben hast
Wissenschaftlicher Mitarbeiter / wissenschaftliche Mitarbeiterindie Person deine Arbeit eng begleitet und dich fachlich gut kennt
Vorgesetzter / Vorgesetztedu bereits gearbeitet oder ein Praktikum absolviert hast und die Person deine beruflichen Fähigkeiten beurteilen kann
Betreuer / Betreuerin einer Stationdu während des Referendariats eng mit der Person zusammengearbeitet hast
Arbeitgeber aus einer Kanzlei oder einem Unternehmendeine Bewerbung einen starken Praxisbezug hat

Ein persönliches und konkretes Schreiben ist in der Regel wertvoller als eine Empfehlung von einer besonders prominenten Person, die dich kaum kennt.

Professor oder wissenschaftlicher Mitarbeiter – wen frage ich?

Wenn du die Wahl hast, sollte grundsätzlich diejenige Person das Schreiben verfassen, die deine Leistung am besten einschätzen kann.

Ein Professor, bei dem du lediglich eine Vorlesung besucht hast, kann möglicherweise nur allgemeine Aussagen über deine Studienleistungen treffen. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der deine Seminararbeit betreut und mit dir intensiv gearbeitet hat, kann dagegen viel konkreter auf deine Fähigkeiten eingehen.

Allerdings solltest du immer die Anforderungen der jeweiligen Universität prüfen. Manche Programme machen Vorgaben dazu, von welcher Person die Empfehlung stammen soll oder bevorzugen ausdrücklich academic references.

Was sollte in einem Empfehlungsschreiben stehen?

Ein gutes Empfehlungsschreiben sollte möglichst konkrete Aussagen enthalten und nicht nur allgemeine Eigenschaften aufzählen.

Besonders hilfreich sind Informationen zu:

Fachlichen Fähigkeiten: Wie gut sind deine juristischen Kenntnisse? Kannst du komplexe rechtliche Probleme analysieren?

Wissenschaftlicher Arbeitsweise: Wie selbstständig, strukturiert und sorgfältig arbeitest du?

Besonderen Leistungen: Gab es eine herausragende Seminararbeit, ein Forschungsprojekt oder eine besondere akademische Leistung?

Persönlichen Stärken: Wie zuverlässig, engagiert oder teamorientiert bist du?

Sprach- und Auslandskompetenz: Gerade bei einem internationalen LL.M. kann relevant sein, ob du dich sicher in einem englischsprachigen oder internationalen Umfeld bewegen kannst.

Eignung für den konkreten LL.M.: Warum erscheint die Bewerberin oder der Bewerber für dieses Programm besonders geeignet?

Am überzeugendsten sind dabei konkrete Beispiele.

Eine Aussage wie

„Julia is a highly motivated and talented student.“

ist wenig aussagekräftig.

Stärker ist beispielsweise:

„In his seminar paper on European competition law, Julia demonstrated an exceptional ability to analyse complex legal issues independently and to develop a well-structured argument based on extensive academic research.“

Hier wird nicht nur eine Eigenschaft genannt, sondern anhand einer konkreten Leistung belegt.

Wie viele Empfehlungsschreiben brauche ich?

Das hängt vom jeweiligen LL.M.-Programm ab. Manche Law Schools verlangen ein Schreiben, andere zwei oder mehr. Auch die gewünschte Zusammensetzung kann unterschiedlich sein. Einige Programme unterscheiden beispielsweise zwischen academic recommendations und professional recommendations.

Deshalb gilt:

Nicht auf Vorrat drei Empfehlungsschreiben sammeln, sondern zuerst die Anforderungen deiner Wunschuniversitäten prüfen.

Auch die Einreichung kann unterschiedlich funktionieren. Manche Hochschulen akzeptieren hochgeladene Schreiben, andere verlangen eine direkte Übermittlung durch die empfehlende Person über ein Bewerbungsportal.

Wie frage ich einen Professor nach einem Empfehlungsschreiben?

Je früher du fragst, desto besser.

Ein Empfehlungsschreiben sollte nicht zwei Tage vor Bewerbungsschluss angefragt werden. Professorinnen und Professoren sowie andere potenzielle Empfehlungsgeber benötigen ausreichend Zeit, insbesondere wenn sie mehrere Bewerbungen unterstützen.

Ideal ist eine Anfrage mehrere Wochen, besser einige Monate vor der ersten Bewerbungsfrist. Bei der Anfrage solltest du es der Person so einfach wie möglich machen. Hilfreich sind:

  • Dein aktueller Lebenslauf,
  • Deine Notenübersicht,
  • Informationen zum gewünschten LL.M.,
  • Deine Bewerbungsfrist,
  • Die Anforderungen der Universität,
  • Gegebenenfalls dein Personal Statement oder ein Entwurf,
  • Informationen zu deinen bisherigen Tätigkeiten und Interessen.

So kann die empfehlende Person ein möglichst individuelles Schreiben verfassen.

Was tun, wenn der Professor mich kaum noch kennt?

Das ist nach einigen Jahren zwischen Studium und LL.M.-Bewerbung keine Seltenheit.

Dann solltest du deine Anfrage nicht einfach auf eine kurze E-Mail reduzieren. Erinnere die Person konkret daran, wann und in welchem Zusammenhang ihr zusammengearbeitet habt.

Zum Beispiel:

„Ich habe im Sommersemester 2024 Ihr Seminar zum internationalen Wirtschaftsrecht besucht und anschließend meine Seminararbeit zum Thema X bei Ihnen geschrieben.“

Zusätzlich solltest du deinen damaligen Leistungsnachweis, die Seminararbeit und deinen aktuellen Lebenslauf mitschicken.

Wenn die Person dich trotzdem kaum einschätzen kann, kann eine andere empfehlende Person die bessere Wahl sein.

Fazit: Empfehlungsschreiben für den LL.M.

Ein gutes Empfehlungsschreiben kann deiner LL.M.-Bewerbung eine wichtige zusätzliche Perspektive geben. Entscheidend ist dabei nicht der möglichst prominente Name auf dem Schreiben, sondern eine glaubwürdige Person, die deine fachlichen und persönlichen Fähigkeiten aus eigener Erfahrung beurteilen kann.

Wähle deine Empfehlungsgeber deshalb sorgfältig aus, frage rechtzeitig an und stelle ihnen alle Informationen zur Verfügung, die sie für ein individuelles Schreiben benötigen.

Je konkreter ein Empfehlungsschreiben deine bisherigen Leistungen mit deinem geplanten LL.M. und deinen beruflichen Zielen verbindet, desto aussagekräftiger ist es für die Auswahlkommission.

Häufige Fragen

Wen sollte ich für ein LL.M.-Empfehlungsschreiben fragen?

Am besten eine Person, die dich fachlich oder beruflich gut kennt und deine Leistungen konkret beurteilen kann. Das kann beispielsweise eine Professorin, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, eine Vorgesetzte oder eine andere Person sein, mit der du eng zusammengearbeitet hast.

Wie viele Empfehlungsschreiben brauche ich für einen LL.M.?

Das hängt von der Universität ab. Viele Programme verlangen ein oder zwei Schreiben, teilweise mit unterschiedlichen Anforderungen an akademische und berufliche Empfehlungsgeber.

Kann ein wissenschaftlicher Mitarbeiter ein Empfehlungsschreiben schreiben?

Das hängt von den Vorgaben des jeweiligen LL.M.-Programms ab. Wenn wissenschaftliche Mitarbeiter zugelassen sind und dich gut kennen, können sie besonders aussagekräftige Empfehlungen verfassen.

Wie früh sollte ich nach einem Empfehlungsschreiben fragen?

Idealerweise mehrere Wochen oder Monate vor der ersten Bewerbungsfrist. So bleibt genügend Zeit für Rückfragen und die Einhaltung der formalen Anforderungen.

Was sollte ich meinem Professor für das Empfehlungsschreiben geben?

Hilfreich sind insbesondere Lebenslauf, Notenübersicht, Informationen zum LL.M., Bewerbungsfrist und eine kurze Darstellung deiner Motivation und beruflichen Ziele.

Sollte ein Empfehlungsschreiben auf Englisch sein?

Bei englischsprachigen LL.M.-Programmen kann ein englisches Empfehlungsschreiben verlangt oder empfohlen werden. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich jedoch nach Universität und sollten vor der Anfrage geprüft werden.

Ist ein Empfehlungsschreiben von einem Professor besser als von einem Arbeitgeber?

Nicht automatisch. Entscheidend ist, wer deine Eignung besser und konkreter beurteilen kann und welche Art von Empfehlung die Universität verlangt.